Noch nichts vor diesen Herbst?

Keine Lust, immer nur in öden Theater- und Musicalsesseln zu sitzen und euch den Hintern auf den Rängen wundzuhocken?

Das kann man ändern: Das Stadtmusical Nürnberg, dem ich irgendwie angeschlossen bin, sucht nämlich für seine neue Produktion, den „Seelenhändler„, noch jede Menge Talente die auf die andere Seite des Orchestergrabens wechseln und die Bühne stürmen wollen: Wenn ihr euch schon immer in die volle Brust werfen und Arien*) schmettern wolltet, dann ist jetzt für euch die Gelegenheit:

Am 21.7. findet das Vorsingen in allen Lagen für den „Seelenhändler“ statt!

Idealerweise habt ihr schon Gesangs- und Bühnenerfahrung; wenn ihr „Belting“ von „Belching“ unterscheiden könnt, habt ihr bei unserem musikalischen Kopf Andreas auf jeden Fall einen Stein im Brett, und wenn ihr auch noch ne kesse Sohle aufs Parkett legen könnt, gibt’s eigentlich kein Halten mehr: Proben im Herbst, Aufführungen im Dezember — alles Weitere in der verlinkten Ankündigung: Wir sehen uns!**)


*) Naja, Musicallieder halt

**) Nein, keine Sorge, ich werde nicht auf der Bühne stehen!

Bayern hat nen Neuen

Für die „100 Jahre Musical„, unsere launige Zusammenfassung der jüngeren bajuwarischen Geschichte, gibt es Neues zu vermelden!

Nachdem Tamás Mester sich aus dem Projekt zurückziehen musste, hatten wir mit Fabian Sedlmair ja eine hervorragende Vertretung für die männliche Hauptrolle, und ich kann nur noch einmal bewundern, mit welcher Bravour und Chuzpe Fabian sich in diese Aufgabe gestürzt (und unsere Aufführung in meiner Heimat gerettet) hat!

Es war aber von vorneherein klar, dass er nur diese eine Aufführung bespielen konnte und dass wir für die verbleibenden Termine in Treuchtlingen, Weißenburg und Neuburg an der Donau wieder jemand anderen brauchen würden. Diesen Jemand haben wir nun, und es ist Alexander Krüger, worüber ich mich sehr freue!

Musical- und Musikfreunden der Region wird er kein Unbekannter sein, bei „Der Kaiser und die Gauklerin„, der letzten Produktion des Stadtmusicals Nürnberg, verkörperte er den Gaukler Johann, und im Moment steht er für das Klingende Denkmal auf der Bühne, und zwar in Andreas‘ Version der Schöpfungsgeschichte.

Ich freu mich auf die Proben für die „100 Jahre Musical“, und natürlich darauf, ihn in unserer Produktion auf der Bühne zu sehen!

 

Veranstaltungstipps

Von meinem Schreibtisch gibt es diese Woche nichts Neues zu berichten, darum blogge ich mal wieder über andere Leute und verpasse euch ein paar Veranstaltungstipps:

  • Über das „Phantom, der Ober“ des ACT Centers habe ich ja schon gebührend gepostet. Das Team um Luna Mittig legt jetzt nochmal nach und präsentiert in der kommenden Woche zwischen dem 14. und 21.7 in Nürnberg mehrere Aufführungen von „Ende gut, alles gut„, einer „musical-ischen Dramödie nach William Shakespeare“. Diesmal ist es die Diplom-Abschlussproduktion des ACT Centers, wenn ich das richtig verstanden habe sowas wie die Gesellenprüfung der Schützlinge unter Lunas Fittichen. Jetzt können die frisch geschulten Talente mal die dramatischen Muskeln spielen und die Sau raus lassen: Ich bin sehr gespannt. Ich weiß noch nicht wann, aber ich hab mir vorgenommen, wieder vorbeizuschauen — das solltet ihr auch, insbesondere aus einem bestimmten Grund… mehr dazu im folgenden Post!
  • „Fack ju Göhte“ — ist doch bloß ne Reihe immer bescheidener werdender Jugendkomödien, oder? Wie man sich täuschen kann: Ich durfte kürzlich die Musical-Version von „FJG“ im Werk7 in München (einer umgebauten Fabrik für Kartoffelknödel — naja, warum auch nicht?) besuchen, und ich war hin und weg: Es war eines der wenigen Male, in denen ich von der Story und Dramaturgie eines Musicals überzeugt war. Es ist kein Hamlet, aber es ist eine Geschichte, die sich und ihre Figuren ernst nimmt, und das ist sehr, sehr selten in der Musicalszene. Es ist witzig, nicht allzu tiefsinnig, aber eben auch kein Furzkissenhumor. Dazu kam ein Ensemble, das von einer mitreißenden Spielfreude war, eingängige Musik zwischen Rock und Rap, und eine schick eingerichtete Halle.
    Leider ist FJG dann doch kein Publikumserfolg geworden, der Grund dafür ist mir einigermaßen schleierhaft. Ich kann nur schlechtes Marketing und zu wenig Werbung dafür verantwortlich machen (es hat ewig gedauert, bis z.B. der Soundtrack auf CD erhältlich war), aber es ist Fakt, dass FJG Ende des Sommers die Pforten schließen wird. Darum meine Empfehlung: Geht vorher nochmal hin und seht und hört es euch an. Ich habe mir Tickets für einen zweiten Besuch in München besorgt, und ich bin mir ziemlich sicher, ihr werdet es auch nicht bereuen.

 

Kreativlings Reflexion

Neulich habe ich mir mal wieder ein paar meiner inzwischen dreißig Jahre alten Gedichte aus meiner Sturm- und Drang-Zeit angesehen, und kann immer noch keine Mäkel daran entdecken.

Was bedeutet, dass ich entweder perfekt geboren wurde oder in dreißig Jahren nichts dazugelernt habe.

„Das Phantom, der Ober“: Nachlese

Vorgestern waren die Prinzessin und ich mal wieder im Theater, diesmal im „Phantom, der Ober„. Gestern war allerdings Wandertag angesagt und danach die wie immer famosen Fürther Sparda Classics, so dass ich leider erst heut dazu komme, meine Kritik abzuliefern.

Bei diesem „Phantom“ handelt es sich um die diesjährige Sommerproduktion des ACT-Centers, bei der ein bunt gemischtes Ensemble — interessierte Laien, Schauspielschüler und arrivierte Performer — zusammen ein neues Stück erarbeitet, in diesem Fall besagtes „Phantom“: Nein, es dreht sich nicht um eine Servicekraft, die für ihre Kundschaft nicht greifbar ist, sondern um ein Café, dessen Wiedereröffnung ansteht, während an der benachbarten Bühne letzte Hand an eine neue Produktion gelegt wird. Schnell stellen sich allerhand mysteriöse Ereignisse in Café und Theater ein, in die nicht nur die titelgebende geisterhafte Bedienung, sondern auch die nicht minder mysteriöse Madame Z., Mäzenin und Sponsorin, verwickelt ist…

Klar, dass diese Story zu einer Nabelschau rund um die Bühne einlädt, bei der das Team des ACT-Centers sich unter der Regie von Susa Riesinger über so ziemlich alles von Diven-Allüren über Besetzungscouches bis zu mehr oder minder kompetenten Intendanzen lustig macht. Das Original-Skript (auch von Susa Riesinger? — Ich hab da ehrlich gesagt leider nicht ganz aufgepasst) bindet dabei zahlreiche Musical-Klassiker mit angepassten Song-Texten ein.

Kurz zusammengefasst, ich hab mich sehr amüsiert. Klar, angesichts der zusammengewürfelten Truppe muss man den einen oder anderen Abstrich bei Spiel und Stimmtechnik machen, aber es wäre auch zuviel verlangt, an Laien dieselben Maßstäbe wie an der Staatsbühne anzulegen. Auf jeden Fall waren dem Team von A bis Z eine ansteckende Spielfreude und Liebe zum Stück anzumerken. Von dem Skript war ich sehr angetan (und wenn ich das mal von einem Musical sage, will das was bedeuten!), die Story hat „funktioniert“, der Humor war drin und wohldosiert, und die Besetzung sehr gelungen, und es waren noch mehr Anspielungen und Zitate drin, als mir beim ersten Ansehen auffallen wollten. Die Bühne des ACT-Centers ist nicht besonders groß und war noch dazu zur Hälfte mit den Stühlen und Tischen des Cafés vollgestellt, umso größeres Lob dafür, dass es bei der Vielzahl der Personen, die jederzeit auf der Bühne waren, zu keinen größeren Kollissionen kam, und dass vor allem der Fokus der Zuschauer trotzdem immer auf die relevanten Schauspieler gerichtet war — Chapeau! (Wobei ich dadurch aber anscheinend eine ganze Salve kleinerer Gags, die nebenbei von den anderen Darstellern abgefeuert wurden, nicht mitbekommen habe, wie mir später erklärt wurde.) Offensichtliche Texthänger: 2, also praktisch zu vernachlässigen.

Weniger glatt und durchgestylt als die großen Häuser, dafür ehrlich, „detailverliebt“ im besten Sinne und sowieso mit Herzblut: Ich freu mich schon mal auf die nächste Produktion des ACT-Centers, „Ende gut, alles gut„. (Offensichtlich eine Show für Geflügelliebhaber.)

Obligatorisches Mäkeln, damit die Kritik ausgewogen daherkommt: Ich hab’s nicht geschafft, online mehr Informationen über die Besetzung herauszubekommen, sonst hätte ich gerne noch die eine oder andere Rolle oder die klasse Musikbegleitung deutlicher herausgestrichen. 😉

Einen Spieltermin gibt’s noch, am Mittwoch, 4.7., wieder um 20:00 im ACT-Center. Mehr Infos: Auf Facebook, klar.

Angucken!