Bilder des Gemetzels

Die ersten beiden Vorstellungen von „Mord zum Tee“, der Krimi-Hommage an Agatha Christie sind im ACTCenter abgespielt, zweimal schon durfte ich als „Apollon Peirot“ durch Seen aus Blut stapfen (naja, ganz so schlimm war’s nicht, aber der Bodycount ist für eine Komödie nicht von schlechten Eltern), und am kommenden Wochenende habe ich weitere zweimal das Vergnügen.

Es ist eine riesige Gaudi, anstrengend, neu, furchteinflößend (ich hab eine der Hauptrollen, nach meinem eher bescheidenen Auftritt im „Seelenhändler“), spannend und belohnend. Cast und Team sind wundervoll, und ich werde auch das Gefühl nicht los, dass es dem Publikum ebenso gefallen hat.

Hier ein paar Eindrücke von der Generalprobe:

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Das erste Opfer. Doctor Quickly (Delia Hofmann) doziert: „Wenn sich der Zustand dieser Frau nicht ändert, ist sie tot.“ Mit Stefanie Lohse-Coors und Alex Strunz)
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Ob Gesang den Mörder vertreibt…? (Mit Caro Kielburger, Stefanie Lohse-Coors, Karin Eichele und Frenzis Rabe)
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Typischer Blick, kurz bevor ich einen Aussetzer habe. Aber der Bart sitzt!
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Ist der Butler (Michael Rothbächer) wirklich der Mörder? Mister Stinger (Markus Kainer) und Frau Warble (Stefanie) konferieren mit Peirot.
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„Schon in der Wiege fing ich an, mein Spielzeug aufzubiegen…“ Mit Sascha Fuchs als Chiefinspektor Shadow.
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Ende gut, alles gut, Mörder überführt!

(Bilder: Matthias Schäfer)

Es gibt noch Karten!

Jeweils im ACTCenter, Dieselstr. 77, 90441 Nürnberg

Rock im MuZClub

Gestern war’s mal Zeit für eine kleine Pause von den Proben für „Mord im Tee“. Die Gelegenheit haben die beste Ehefrau von allen und ich natürlich nicht ungenutzt verstreichen lassen. Flugs wurde die beste Nachwuchsregie von allen (Stefanie) unter den Arm geklemmt, und wir haben uns zu dritt zum MuZClub in Gostenhof auf den Weg gemacht.

Dort stand nämlich das Prüfungskonzert der Musication Schule für Musiknachwuchs*) an: Sieben Bands, rekrutiert aus den Schülern präsentierten sich dort und zeigten zum Abschluss ihrer Ausbildung, was sie können. Und das war richtig geil.

Die Glorreichen Sieben spielten ein weites Spektrum zwischen Led Zeppelin, „Summertime“ und Salsa, und es war keine einzige Combo dabei, von deren Musik ich nicht beeindruckt gewesen wäre — Und dazu muss man wissen, dass, wenn ich das richtig verstanden habe, die Bands erst kurz vor der Prüfung zusammengestellt wurden, also mitnichten jahrelange Erfahrung miteinander hatten. Erschwerend kam noch dazu, dass ein paar Musiker ausfielen und kurzfristig ersetzt werden mussten. Ich kann nur sagen: Chapeau, wie die Jungs und Mädels das kompensiert haben! Geile Mucke.

Klar, hier und da gab’s die eine oder andere Schwäche, und nicht jede der Eigenkompositionen war das nächste „Stairway to Heaven“. Geschenkt. Dafür haben die Schüler eine verdammt gute Show auf die Bühne gestellt und haben den einen oder anderen mangelnden Feinschliff mit Energie und Charme kompensiert.

Von daher kann ich nur noch einmal mein Credo wiederholen: Ehe ihr euch das nächste Mal wieder für eine dreistellige Summe Karten für Rammstein, Madonna oder sonst einen überteuerten Act holt und ihnen den nächsten Learjet finanziert, scrollt doch mal durch die Veranstaltungskalender in eurem Eck der Republik. Es gibt dort so viele endgeile Künstler, die wirklich wirklich Spitzenmusik produzieren, und denen jeder zahlende Gast tatsächlich noch viel bedeutet. Im Gegenzug könnt ihr ihnen in die Gesichter schauen**) und die Spielfreude und die Energie bewundern und für euch mit nach hause nehmen, mit denen sie ihre Show präsentieren.

Ich werde versuchen, eine Liste der aufgetretenen Bands/Musiker nachzureichen!

P.S.: Das soll auch nicht vergessen werden — der Sound gestern war richtig richtig gut! Der kam sehr klar rüber, gleichzeitig ohne dass eine Stimme/Instrument zu sehr dominiert hätte oder untergegangen wäre. In Anbetracht der Tatsache, dass da sieben sehr unterschiedlich zusammengesetzte Gruppen in schneller Folge über die Bühne wuselten, bin ich gebührend beeindruckt.


*) Der richtige Name lautet ein wenig anders…

**) Der MuZClub serviert außerdem sehr leckeres Schanzenbräu

„Mord zum Tee“

Wie bereits angekündigt bin ich Mitte Juli wieder auf der Bühne tätig, diesmal in einer Krimi-Komödie, und mit einer relativ großen Rolle, so dass sogar mein ansonsten nicht unbeträchtliches Selbstbewusstsein ein wenig Bammel hat.

Hier die Aufführungstermine:

  • Samstag, 13.7., 20:00
  • Sonntag,. 14.7., 18:00
  • Samstag, 20.7., 20:00
  • Sonntag, 21.7., 18:00

Tickets, Informationen zum Stück.

Alle Aufführungen finden im ACTCenter (Nürnberg Schweinau) statt.

Müsterü-Tour nach Oberfranken

Meine Frau Sina und ich überraschen einander gelegentlich mit „Müsterü-Touren“: Einer der beiden bereitet unter strikter Geheimhaltung ein größeres oder kleineres Event vor und teilt dem anderen nur einen Starttermin und Dresscode mit. So haben wir schon eine ganze Reihe spaßiger Unternehmungen durchgezogen, von einer Städtetour nach Prag über den Besuch lokaler Konzerte bis zu einem Überraschungsausflug zu einer Freundin am anderen Ende der Republik.

Vor kurzem stand nun eine weitere Tour für mich an, von der ich nur wusste, dass es vom Fürther Bahnhof losgehen würde, und der Dresscode „entspannt“ sei. Nach etwas Gegondel mit der deutschen Bahn in zunehmend kleineren Vehikeln und abgelegeneren Orten kamen wir dann in Stadtsteinach heraus, einer hinter Kulmbach versteckten Gemeinde.*) Und als wir dann unser Quartier bezogen, sah ich auch schon, was uns hierhergebracht hatte: Ein Plakat für die Aufführung von „Die besten Tage unseres Lebens“, mit Kirsten Lange und Markus Veith, mit dem Sina schon bei „My Fair Lady“, produziert vom Fränkischen Theatersommer, auf der Bühne stand.

Die Handlung des Stücks ist schnell zusammengefasst: Eine Künstlerin und ein Architekt treffen sich nach geraumer Zeit zufällig wieder, werden dabei aber von ihren Partnern gesehen, die wissen wollen, was es mit dem seltsam vertraulichen Umgang der beiden miteinander auf sich hat. Rückblende über die gemeinsam verbrachte Schulzeit und Jugend, wo die beiden für einander abwechselnd das Objekt der Begierde und die Nemesis darstellten. Ich glaube, es ist kein Gespoilere, wenn ich sage, dass die Geschichte von Frank Pinkus weitgehend überraschungsfrei endet.

Aber das Skript  ist natürlich nur das Fundament, auf dem Regie (Tony Glaser) und Darsteller ihr künstlerisches Gebäude errichten, und da kann ich nur sagen, war ich von Kirsten und Markus hingerissen. Ohne großen Schnickschnack, ohne Bühnenzauber oder fettes Orchester und mit nur minimaler Requisite haben es die beiden geschafft, mich (und, soweit ich das beurteilen kann, auch Sina) über zwei Stunden bei der Stange zu halten. Die Spannung bleib im Stück, und ich bin dem Lebenslauf der beiden Charaktere gefolgt. Die Dynamik und Energie zwischen Kirsten und Markus haben gestimmt, die beiden waren die ganze Zeit auf den Punkt konzentriert und konnten ihr Spiel abrufen — es hat großen, großen Spaß gemacht ihnen über die Jahrzehnte hinweg zuzuschauen!

Nun stammt Kirsten aus Köln und ist nur für ein Gastspiel in die Region gekommen, von daher kann ich derzeit keine konkreten weiteren Termine der beiden für „Die besten Jahre…“ liefern. Aber haltet einfach mal die Augen auf und prägt euch die Namen ein, und wenn einer der beiden euch über den Weg läuft, dann lasst die Gelegenheit nicht verstreichen, euch Karten zu besorgen!

Der Aufführungsort war die „Alte Schule“, genutzt vom Frankenwaldtheater, ein bezaubernd heruntergekommenes Gemäuer, das wesentlich mehr den Charme von Bohème als Gelehrsamkeit verbreitete. Es wird dort sehr guter Rotwein und vorzügliches Bier aus lokaler Produktion serviert, und die Location ist klein genug, dass man hinterher auch noch mit den Künstlern bei einem Seidla auf ein angenehmes Pläuschchen verhocken kann.

Hier übrigens noch, was die Profis von der Presse zu der Aufführung zu sagen hatten.


*) Zugegebenermaßen strapaziert das den Begriff „Local Talent“ etwas.