„Failure is not an Option“

„Failure is not an Option“ ist eines der berühmtesten Zitate aus der Geschichte der Apollo-Missionen. Der Satz, der sich ungefähr mit „Ein Fehlschlag ist nicht drin“ übersetzen lässt, fiel, als Apollo 13 leckgeschlagen durch das Weltall trudelte und das Leben seiner drei Astronauten in der Schwerelosigkeit an einem seidenen Faden hing.

Auch wir sind mit „Frau Luna hat Besuch“ gerade an einem kritischen Punkt: Wegen des Corona-Viruses müssen links und rechts Veranstaltungen abgesagt werden.*) Noch zählen unsere Shows nicht dazu, aber ob wir zu den geplanten Terminen spielen können, ist noch nicht absehbar; die Lage ändert sich buchstäblich stündlich. Möglicherweise werden wir verschieben müssen, und dann wird es auch nach einer Aufhebung der Veranstaltungsverbote noch geraume Zeit dauern, bis die Lage sich normalisiert und Spielpläne wieder planbar sind. Dann müssen wir schauen, ob unser Team und Ensemble überhaupt noch verfügbar sind, oder ob Corona auch deren Zeitpläne über den Haufen geworfen hat.

Im Moment ist noch überhaupt nicht klar, wie’s weitergeht. Aber wir sind fest entschlossen, „Frau Luna“ auf die Bühne zu bringen. Wir machen weiter, als sei nichts geschehen, und versuchen, die Lage im Griff zu behalten, damit wir gegebenenfalls schnell reagieren können.

Failure is not an Option. Wir werden spielen.


*) Inzwischen ist in Bayern Katastrophenalarm gegeben worden.

 

Kurzes Update

Man kommt ja zu nix vor lauter schreiben… Also, was ist der Stand der Dinge?

  • Mit unserem kleinen Musical „Frau Luna hat Besuch“ geht’s voran. Soweit sind wir im Plan, an die Besetzung, die Band, die Choreo und die Location können wir schon einen Haken machen. Die Finanzierung macht auch Fortschritte, und wenn der Herr Head-Autor sich ein Beispiel an seiner Co-Autoring Verena nehmen würde, würde auch das Skript langsam fertigwerden, damit wir unseren Sängern und Schauspielern endlich mal etwas an die Hand geben können.
  • Hochfliegende Musical-Pläne für 2021 nehmen ebenfalls Gestalt an… Aber natürlich isses noch viel zu früh, da schon was zu erzählen! 😉 Bleibt gespannt!
  • Der Fall des einsamen Goldfischs„, meine kleine Komödie um einen Fisch, eine Frau und einen verirrten Pfeil geht in die heiße Phase — in weniger als zwei Monaten wird’s ernst. (Siehe rechte Spalte –>)
    Hier haben wir noch ein Problem, nämlich, dass uns eine unserer Schauspielerinnen ausgefallen ist. Falls also jemand von euch Lust hat, sich kurzentschlossen der Rolle des Dienstmädchens Nicolette anzunehmen — Sachdienliche Hinweise nimmt jede Dienststelle bzw. ich entgegen!
  • Anna hat „Die Geister von Notre Dame„, unsere nächste Little-More-Sonic-Hörspielproduktion glaube ich ganz gut im Griff. Das Casting verlief sehr erfolgreich, und just in dem Moment ich diese Zeilen schreibe, sitzen die Rangen bei der Probe und diskutieren sich hoffentlich die Ohren heiß…
  • Im Herbst geben wir dann wieder ein neues Live-Hörspiel — „Die Maske des roten Todes„. Da werden wir an Halloween im Planetarium Nürnberg auftreten, und das ist natürlich ne endgeile Location für ein Hörspiel. (Vorher geben wir da übrigens schon den „Kuss der Muse„, allerdings nur aus der Konserve.) Andererseits ist das noch so weit in der Zukunft, und vorher ist noch soviel anderes zu tun, dass ich da noch keine konkreten Gedanken daran verschwende. (Immerhin, vor ein paar Wochen haben die beste Ehefrau von allen und ich die Zeit bei einem Kurzurlaub dazu genutzt, schon mal eine Storyline auszuarbeiten…)

Ja, also langweilig wird mir nicht. (Und deshalb ist dieses Blog auch ein wenig vernachlässigt derzeit…)

Und noch ein Casting

Weil wir beim letzten Mal gar nicht genug von euren tollen Vorstellungen bekommen konnten (und weil aufgrund von Krankheit und beruflichen Verpflichtungen der Andrang nicht so übermenschlich war, hüstel), haben wir beschlossen, dass wir für Frau Luna ein weiteres Casting durchführen:

2. Castingrunde am Samstag, 1.2. ab 10:00 im Musikclub der Kofferfabrik Fürth

Alles, was Stimmbänder und zwei Füße hat ist herzlich eingeladen, sich möglichst rasch  über planb.frauluna@gmail.com anzumelden, dann bekommt ihr genauere Informationen, wie ihr euch am besten vorbereiten könnt!

 

The Good, the Bad, and… Me.

Am letzten Wochenende hatten wir unsere erste Casting-Session für „Frau Luna“, mal wieder in der Kofferfabrik, die inzwischen ja schon fast so etwas wie unser Basecamp ist. (Zusammen mit dem Herr und Kaiser für die kreativen Sitzungen.)

Nun habe ich ja glaube ich schon zur Genüge erwähnt, dass dieses ganze Produzententum*) Neuland für mich ist. Langsam dämmert mir, dass die Produktion eines Musicals nochmal eine andere Hausnummer ist als ein Hörspiel oder ein Buch, selbst wenn man mit Sina und Stefanie zwei so grandiose „Wingmen“ (oder „Wingwomen“…) hat wie ich. Aber natürlich darf man sich das nicht anmerken lassen, und so gilt es, nicht mit der Wimper zu zucken, wenn von einem Dutzend angemeldeter Castingkandidaten dann mal gerade vier auch tatsächlich zum Termin auftauchen.**)

Immerhin, die meisten „Ausfälle“ waren nicht einfach No-Shows, sondern haben sich für diesen Termin abgemeldet, die meisten sogar mit guten Gründen und dem Versprechen, die nächste Gelegenheit doch noch wahrzunehmen. Aufgewogen wurde die geringe Zahl an Teilnehmern durch ihre Qualität — wir mussten nach den Präsentationen unseres Quartetts nicht lange mit uns zu Rate ziehen, ehe wir verkündeten, dass wir sie gern alle bei „Frau Luna“ dabei hätten. Wir haben eine Soul-Röhre als Neuentdeckung (die ich bisher nur als Sängerin von Lagerfeuerliedern und gregorianischen Chorälen kannte), die zuverlässige „Bank“, die man als Universalwaffe einsetzen kann, den niedlichen Knaben, der den anderen die Show stehlen wird, und den engagierten Nachwuchs.

Darüberhinaus konnte ich nach Norbert mit Matthias und Steffen zwei weitere Mitglieder unserer Band Bacon Jam kennenlernen. Wir sind wie auch schon mit Norbert super miteinander ausgekommen, die Leute sind alle sehr entspannt, haben ein ähnliches Verständnis der Show wie wir, und haben vor allem richtig Bock auf das Projekt. Geil.

Aber es gibt natürlich kein Licht ohne Schatten.

Ich habe zum ersten Mal meine „Macht“ als Produzent ausgespielt und ein Mitglied aus dem Team geworfen. Und ich mache mir Gedanken, ob ich es richtig gemacht habe, ob man es anders und besser hätte machen können, ob ich leichtfertig damit umgegangen bin, jemanden aus dem Projekt zu schmeißen, ob ich vielleicht genau die Sorte Chef bin, die ich immer unmöglich fand.

Ich kann für mich in Anspruch nehmen, es mir nicht leicht gemacht zu haben. Ich hab erstmal eine Nacht darüber geschlafen, mich mit Sina und Stefanie beraten, die zum gleichen Schluss wie ich gekommen sind, und dann habe ich versucht, den eigentlichen Rauswurf sauber über die Bühne zu bringen — ohne Getue und Gewese, mit der nötigen Klarheit, und auch mit einer Erklärung, warum ich reagiert habe ich ich reagiert habe. Mein Opfer hat es gefasst aufgenommen (vermutlich hat er es auch schon kommen sehen, und jedenfalls nehme ich nicht an, dass er abends darob in sein Kissen geweint hat…), und wir haben dann mit männlich-festem Handschlag Abschied voneinander genommen.

Aber es bleibt ein komisches Gefühl, ein eigenartiger Nachgeschmack… Kennt jemand die Szene auf Lawrence von Arabien, „Ich habe einen Mann getötet…“?

Zurück zum Positiven: Die Daseinsberechtigung von „Plan B“ besteht ja unter anderm darin, Nachwuchsförderung zu betreiben und jungen Talenten eine Chance für einen größeren Auftritt, als sie ihn als Amateure beim „Stadtmusical“ haben könnten, zu verschaffen. Immerhin kann ich sagen, dass wir bereits drei altgediente MNN-Mitglieder für „Frau Luna“ „verpflichtet“ haben, und dass noch mehr in der Queue stehen. Wenn sie denn beim nächsten Casting auftauchen. 😉


*) Neudeutsch „Showrunner“

**) Man kehrt das besser unter den Teppich und redet nicht darüber. Auch nicht auf semi-privaten Blogs.

Der Titel dieses Blogeintrags ist geklaut von der Autobiographie Eli Wallachs.