Nächstes Opfer: Ein Goldfisch

Natürlich ist es nicht wirklich schlimm, natürlich ist es nicht dasselbe, wie ein Menschenleben zu verlieren. Aber trotzdem tut es dem Team und mit schmerzlich weh, dass wir heute bei unserer Online-Probe endlich einmal den Tatsachen ins Auge schauen mussten.

Der Premierentermin für den „Einsamen Goldfisch“ ist nicht mehr zu halten. Nachdem nach dem augenblicklichen Stand der Dinge die Ausgangsbeschränkungen frühestens am 19. April gelockert werden, hätten wir nicht einmal zwei Wochen für „reale“ Proben gehabt — und das ist natürlich viel zu wenig, um Dialoge und Bühnendarstellung so einzustudieren, dass das das Geld und die Zeit unseres Publikums wert gewesen wäre. So haben wir uns nun entschlossen, die Premiere offiziell zu verschieben.

Auf welchen Termin? Das ist natürlich genauso unklar wie so ziemlich alles im Nebel der Corona-Krise. Einerseits wollen wir nach dem Ende der Krise so schnell wie möglich wieder ins Rennen gehen, andererseits weiß noch niemand, wann die Krise denn zu Ende sein wird. Außerdem hat natürlich auch die Döring’sche Theaterwerkstatt, unsere „Paten“ im Theater in der Kofferfabrik, ein Interesse daran, möglichst bald wieder eigene Produktionen aufzunehmen, und so werden wir uns wegen der Termine arrangieren müssen. Erfahrungsgemäß wird es spätestens im Juli zu spät sein, um im Theater der Kofferfabrik zu spielen (unter dem Dach einer ehemaligen Fabrikhalle gelegen, ist es im Sommer schlicht zu heiß), und schließlich versuchen wir ja auch, im August „Frau Luna“ zu produzieren, und an Halloween soll unser Live-Hörspiel im Planetarium aufgeführt werden, das heißt, wenn wir den „Goldfisch“-Termin zu weit nach hinten verlegen, werden wir Schwierigkeiten mit den folgenden Produktionen bekommen.

Von daher planen wir derzeit mit Mitte Juni, vorbehaltlich dessen, dass das für unsere Cast keine Terminkollisionen mit sich bringt, und wir bis dahin die möglicherweise nötige Alternativlocation gesichert haben.

Einmal mehr kann ich nur bitten… Habt Geduld mit uns, und drückt uns die Daumen!

„Failure is not an Option“

„Failure is not an Option“ ist eines der berühmtesten Zitate aus der Geschichte der Apollo-Missionen. Der Satz, der sich ungefähr mit „Ein Fehlschlag ist nicht drin“ übersetzen lässt, fiel, als Apollo 13 leckgeschlagen durch das Weltall trudelte und das Leben seiner drei Astronauten in der Schwerelosigkeit an einem seidenen Faden hing.

Auch wir sind mit „Frau Luna hat Besuch“ gerade an einem kritischen Punkt: Wegen des Corona-Viruses müssen links und rechts Veranstaltungen abgesagt werden.*) Noch zählen unsere Shows nicht dazu, aber ob wir zu den geplanten Terminen spielen können, ist noch nicht absehbar; die Lage ändert sich buchstäblich stündlich. Möglicherweise werden wir verschieben müssen, und dann wird es auch nach einer Aufhebung der Veranstaltungsverbote noch geraume Zeit dauern, bis die Lage sich normalisiert und Spielpläne wieder planbar sind. Dann müssen wir schauen, ob unser Team und Ensemble überhaupt noch verfügbar sind, oder ob Corona auch deren Zeitpläne über den Haufen geworfen hat.

Im Moment ist noch überhaupt nicht klar, wie’s weitergeht. Aber wir sind fest entschlossen, „Frau Luna“ auf die Bühne zu bringen. Wir machen weiter, als sei nichts geschehen, und versuchen, die Lage im Griff zu behalten, damit wir gegebenenfalls schnell reagieren können.

Failure is not an Option. Wir werden spielen.


*) Inzwischen ist in Bayern Katastrophenalarm gegeben worden.

 

Go for Gold(fisch)!

Heut mittag war’s einmal mehr die Kofferfabrik, aber nach all den Tändeleien der vergangenen Wochen und Monate wird es jetzt ernst: Wir trafen uns offiziell mit Cast und Produktionsteam zum Kickoff unseres „Falls des einsamen Goldfischs“.

Fotos fehlen zwar noch, aber ich kann trotzdem erzählen: Die Zeit der Tändeleien und Vorbereitungen ist vorbei, und Stefanie hat als Regie das Ruder übernommen. Es geht jetzt ernsthaft los mit den beiden „heißen Monaten“, der Probenzeit.

Nach kurzem Frühstück ließ Stefanie unsere Mimen antreten und begann mit der Rollenarbeit: Wie sind die einzelnen Figuren denn so drauf, und was halten sie von den Charakteren, denen sie begegnen? Einmal mehr war ich überrascht, was anscheinend alles in den dürren papiernen Seiten steckt, die ich produziere — So viel mehr offenbar, als ich mir beim Schreiben gedacht hatte. (Oder so viel weniger, und unsere Darsteller müssen die Lücken, die die Worte gelassen haben, mit ihrer Fantasie füllen…) So oder so, auch wenn die Interpretationen stellenweise anders waren, als ich sie erwartet hätte, so waren sie doch niemals falsch, sondern immer spannend, und werden den Figuren Nuancen geben, die ich so nicht vorhergesehen hatte. Insbesondere Frau Nimoy wird unter Andreas Interpretation… interessant sein. Lasst euch überraschen!

Wir machten uns dann auch noch besser mit „Kalle“ bekannt, der in der Kofferfabrik die Technik (vor allem das Licht) für uns fahren wird, und haben uns schon einmal ausgetauscht, was wir uns vorstellen. Das reichte von Ideen über das Bühnenbild und seine Beleuchtung bis hin zur Bestuhlung des Saals. (Ganz konnte ich Sinas Eifer, möglichst viele Sitze unterbringen zu wollen, nicht teilen: Meine Sorge ist im Moment noch nicht, dass wir mehr Gäste als Plätze haben werden, aber vielleicht haben wir ja Glück und ich Unrecht.)

Und nachdem unsere Kostümstoßtruppe bereits vor einigen Tagen in Bamberg zum Klamottenshoppen unterwegs war, konnten wir unseren Darstellern auch schon die ersten Kleider anlegen. (Ja, ich weiß, „Bilder!“… Geduld, bitte!) In diesem Kontext waren wir hocherfreut, dass das Theater in der Kofferfabrik ebenfalls über einen kleinen Kostümfundus verfügt, an dem wir für unsere Aufführungen teilhaben dürfen.*)

Läuft bei uns.


*) In diesem Kontext: Das Theater aus dem Kulturkammergut nutzt die Bühne in der Kofferfabrik ebenfalls gelegentlich für seine Produktionen. Ich war dort am letzten Wochenende zu Sophokles‘ „Antigone“ zu Gast, und war von Spiel und Inszenierung sehr angetan. Wenn „Lights Down Low“ also gerade nicht spielt, ist das TKKG auf jeden Fall ebenfalls einen Besuch wert, und zwar nicht nur weil unsere Little-More-Sonic-Regisseurin Anna dort ebenfalls mitmischt!

Kurzes Update

Man kommt ja zu nix vor lauter schreiben… Also, was ist der Stand der Dinge?

  • Mit unserem kleinen Musical „Frau Luna hat Besuch“ geht’s voran. Soweit sind wir im Plan, an die Besetzung, die Band, die Choreo und die Location können wir schon einen Haken machen. Die Finanzierung macht auch Fortschritte, und wenn der Herr Head-Autor sich ein Beispiel an seiner Co-Autoring Verena nehmen würde, würde auch das Skript langsam fertigwerden, damit wir unseren Sängern und Schauspielern endlich mal etwas an die Hand geben können.
  • Hochfliegende Musical-Pläne für 2021 nehmen ebenfalls Gestalt an… Aber natürlich isses noch viel zu früh, da schon was zu erzählen! 😉 Bleibt gespannt!
  • Der Fall des einsamen Goldfischs„, meine kleine Komödie um einen Fisch, eine Frau und einen verirrten Pfeil geht in die heiße Phase — in weniger als zwei Monaten wird’s ernst. (Siehe rechte Spalte –>)
    Hier haben wir noch ein Problem, nämlich, dass uns eine unserer Schauspielerinnen ausgefallen ist. Falls also jemand von euch Lust hat, sich kurzentschlossen der Rolle des Dienstmädchens Nicolette anzunehmen — Sachdienliche Hinweise nimmt jede Dienststelle bzw. ich entgegen!
  • Anna hat „Die Geister von Notre Dame„, unsere nächste Little-More-Sonic-Hörspielproduktion glaube ich ganz gut im Griff. Das Casting verlief sehr erfolgreich, und just in dem Moment ich diese Zeilen schreibe, sitzen die Rangen bei der Probe und diskutieren sich hoffentlich die Ohren heiß…
  • Im Herbst geben wir dann wieder ein neues Live-Hörspiel — „Die Maske des roten Todes„. Da werden wir an Halloween im Planetarium Nürnberg auftreten, und das ist natürlich ne endgeile Location für ein Hörspiel. (Vorher geben wir da übrigens schon den „Kuss der Muse„, allerdings nur aus der Konserve.) Andererseits ist das noch so weit in der Zukunft, und vorher ist noch soviel anderes zu tun, dass ich da noch keine konkreten Gedanken daran verschwende. (Immerhin, vor ein paar Wochen haben die beste Ehefrau von allen und ich die Zeit bei einem Kurzurlaub dazu genutzt, schon mal eine Storyline auszuarbeiten…)

Ja, also langweilig wird mir nicht. (Und deshalb ist dieses Blog auch ein wenig vernachlässigt derzeit…)

Goldfisch schwimmt, Frau Luna fliegt

Es läuft soweit ganz gut — Stefanie, Sina und ich jonglieren mit unseren zahlreichen simultanen Projekten, aber noch halten wir den Kopf über dem Wasser und sind noch nicht komplett Land unter. Kein Grund also, das Tempo zu reduzieren!

  • Stefanie bastelt gerade an einer Sponsorenmappe, mit der wir versuchen wollen, Werbekunden aus der Metropolregion für den „Goldfisch“ zu gewinnen. Das wäre zwar nicht unerlässlich für unser Budget, aber mit dem einen oder anderen zusätzlichen Hunderter in der Hinterhand lässt sich natürlich entspannter planen.
  • Die ersten Bewerbungen fürs Casting für „Frau Luna“ am 18.1. trudeln ein. Sehr schön, aber wir haben tatsächlich noch Slots offen. Falls ihr also Lust habt, auf der Bühne zu stehen, zu sprechen, zu trällern und eine kesse Sohle aufs Parkett zu legen, meldet euch idealerweise vor dem 10.1.! (Danach geht’s auch noch irgendwie, aber es macht uns das Leben etwas schwerer.
  • Nicole hat sich bereit erklärt, den undankbaren und nervigen Job zu machen, das Web für „Frau Luna“ nach Fördergeldern zu durchstreifen. Das nimmt mir eine große Last von den Schultern.

Im Übrigen ist der „Seelenhändler“ des MNN abgespielt, es war wieder eine anstrengende, aber auch lehrreiche und fröhliche Zeit. Ich bereue es gar nicht, mich wieder als Schlagetot Niklar auf die Bühne gestellt zu haben und bin dankbar dafür, so viele neue interessante Charaktere kennengelernt und alte wieder gesehen zu haben.

P.S. — Mit Little More Sonic geht’s natürlich auch weiter…!