„Blurb“

Was im Deutschen so schnöde als „Klappentext“ bezeichnet wird, hört im angelsächsischen Sprachraum auf die viel knalligere Bezeichnung „Blurb“. Da Frau Nimoy mit ihrer Toilette noch nicht so weit ist, die Bühne der Weltöffentlichkeit (oder wenigstens der regionalen Buchläden…) zu betreten, hier schon mal der Klappentext, soweit gediehen:

Fürth, 1896: Die aufstrebende Industriestadt wird durch die Entführung der Fabrikantentochter Zita Späth aus ihren Alltagsgeschäften aufgeschreckt. Der mit der Familie befreundete Anwalt von Cramm schlägt vor, Iahel Nimoy, „Sonderkommissarin des Prinz-Regenten“ einzuschalten, und Zitas Vater stimmt widerwillig zu. So werden der Anwalt und die Kommissarin auf immer verwickelteren Bahnen durch Fürth, Nürnberg und Zirndorf geführt, ehe sie erfahren, welch dunkle Geheimnisse die „Stadt der tausend Schlote“ verbirgt.

Mit dem Roman um Frau Nimoy liefert Elmar Vogt sein Debüt der „Criminal=Historien“ ab. Die unkonventionelle Ermittlerin führt die Leser durch das Fürth der Jahrhundertwende und verquickt die Geschichte der Stadt mit einem grimmigen Kriminalrätsel.

Blurb.

Zum Schmökern in der Zwischenzeit

Ein kleines Wiki für alte und neue Fürther
Ein kleines Wiki für alte und neue Fürther
Eigentlich sollte das redigierte Manuskript für Frau Nimoy ja bereits am 1.3. beim Drucker liegen, aber, wie die Dinge halt so laufen, es ist noch nicht so weit, und von daher kann ich auch nicht ausschließen, dass der Veröffentlichungstermin hier in der rechten Spalte eher dem Wunsch als der Realität entspricht — es tut mir leid, aber wenn man ein Kind wie Zita S. so lange gehegt hat, dann soll’s natürlich auch bestens aussehen!

In der Zwischenzeit weise ich gerne noch einmal auf das formidable Fürth-Wiki hin, eine kleine aber überaus lesenswerte Wikipedia für alteingesessene und neu „reingeschmeckte“ Fürther, in der sich wunderbar zwischen tagesaktuellem und historischem und bedeutsamen und Nichtigkeiten hin und her wechseln lässt.

Mir hat das Fürth-Wiki sehr bei der Recherche zu „Zita S.“ sehr geholfen, und auch ohne einen solchen konkreten Zweck kann man mit dem Wiki, einem Tablet auf dem Schoß und einem heißen Kakao sicher so manchen regnerischen Vorfrühlingsnachmittag herumbringen…

„Und der Oscar geht an…“

Da in diesen Tagen wieder die Oscarverleihung die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen hat, und da die dämmertrüben Tage des Spätwinters zum Tagträumen einladen, habe ich meiner Fantasie ein bisschen die Zügel schießen lassen und mir überlegt, wen ich mir denn wünschen würde, sollte es tatsächlich mal zu einer Verfilmung des „Falls Zita S.“ kommen.

In dem Aufzug würde die Anwaltskammer Herrn von Cramm vermutlich zum Gespräch bitten
In dem Aufzug würde die Anwaltskammer Herrn von Cramm vermutlich zum Gespräch bitten
Das ist nun relativ schwierig. Quentin von Cramm, den Rechtsanwalt, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, trägt natürlich viele Züge von mir. So würde ich ihn gerne mit einem meiner Lieblingsschauspieler wie Clint Eastwood oder Christopher Walken besetzen (oder wenigstens mit einem von Schatzis Lieblingen wie Robert Downey jr.), aber ich fürchte, diese Gestalten sind allesamt ein wenig zu grob geschnitzt für Herrn von Cramm. Johnny Depp, der mir auch mal in den Sinn kam,*) will irgendwie auch nicht so recht passen. Generell bin ich mir unsicher, wer den etwas biederen, gleichzeitig abenteuerlustigen und etwas klugschwätzerischen Anwalt am besten verkörpern könnte — George Clooney ist mir ein bisschen zu geleckt dafür, und Cary Grant zu tot.

Frau Nimoy liest das Tagebuch des Opfers und ahnt, wer hinter dem Verbrechen steckt?
Frau Nimoy liest das Tagebuch des Opfers und ahnt, wer hinter dem Verbrechen steckt?
Frau Nimoy wird natürlich noch schwieriger — bei ihr handelt es schließlich um ein Konglomerat verschiedener Frauen, die ich kenne, plus einem großen Schuss durchgegangener Fantasie. Eine der wenigen Schauspielerinnen, die ihre Charakterzüge in sich vereinigt — das „Ungelenke“, das mangelnde Wohlfühlen im sozialen Umfeld, aber auch die Unnahbarkeit und Unabhängigkeit — wäre vielleicht Katherine Hepburn (obwohl die natürlich mindestens so tot wie Cary Grant ist, aber deshalb nennen wir es ja auch einen Tagtraum).

Hollywood und ich sind noch offen für Vorschläge.

*) Es wird kolportiert, ich hätte nach Besuch von „Fluch der Karibik“ alkohollaunig schwadroniert, „Johnny Depp kann alles spielen. Zur Not kann der sogar das Schiff spielen.“ Ich zweifle daran.

And Now for Something Completely Different…

„Diversifizierung“ heißt das in der Ökonomie, der Volksmund spricht davon, „mehrere Eisen im Feuer“ zu haben.

So eine Taktik verfolge natürlich auch ich.*) Während die Produktion des Buches um Frau Nimoy in seine heiße Phase geht, bekam ich Post von Ines Erhard, Leiterin des Cantus Theaterverlags. Ines und ich wurden vor geraumer Zeit auf Xing aufeinander aufmerksam, und ich konnte sie überzeugen, eine meiner Boulevardkomödien, die bereits vor einigen Jahren entstanden ist, in ihr Repertoire aufzunehmen. Just die Tage fragte ich mich, was wohl aus Tod und Vererben**) geworden sei, als Ines‘ Mail ankam — und sie mir vom Interesse einer kleinen Bühne im Emsland berichtete, die TuV aufführen wolle!

Na, wenn das mal kein guter Start für 2013 ist… Ich halte euch auf dem Laufenden, sowie’s spruchreife Neugikeiten gibt.

*) Und man sieht, wie erfolgreich ich damit innerhalb weniger Jahre den Gipfel des Starruhms erklommen habe…

**) Ein weiterer Beweis dafür, dass es „nicht klug ist, klüger zu sein als nötig“, denn regelmäßig entgeht den Leuten der Wortwitz und sie sprechen von dem Stück als „Tod und Verderben“. Je nun, immerhin erkennt man so, wer’s wirklich gelesen hat.