Apollo 13 und Frau Luna

Apollo_13-insigniaDieser Tage jährt sich der Flug von Apollo 13 zum fünfzigsten Mal. Die Story dürfte nicht nur Raumfahrt-Afficionados bekannt sein: Nach einer Havarie auf halber Strecke von der Erde zum Mond schaffen es die drei Astronauten tatsächlich um Haaresbreite, wieder sicher nach hause zurückzukehren.

Vielleicht schweben die Geister der Astronauten ja tatsächlich wohlwollend um uns, die wir „Frau Luna“ diesen Sommer auf die Bühne bringen wollen.*) Denn, nachdem heute die Details zur weiteren Behandlung der Corona-Krise in Deutschland im Allgemeinen und in Bayern im Besonderen bekanntgegeben wurden, sieht es tatsächlich so aus, als seien wir mit unserer Produktion ebenso haarscharf an der Katastrophe vorbeigeschrammt wie Apollo 13.

Nach dem augenblicklichen Stand der Dinge ist unser „Flugplan“ der Seuche zum Trotz intakt: Bis Mitte Mai dürften die Kontaktsperren soweit abgebaut sein, dass wir mit Proben beginnen können, vielleicht noch mit Sicherheitsabstand und Masken, aber wir würden einander wenigstens wieder in persona treffen können. Und es scheint auch, als sei es bis Anfang August wieder möglich, kleinere Veranstaltungen auf die Bühne zu bringen. Wenn das alles so klappen sollte, nachdem wir uns die letzten Wochen und Monate die Köpfe zerbrochen haben, wie wir auf Corona reagieren sollen, dann hätten wir wirklich mehr Dusel als Verstand gehabt.

Drückt uns die Daumen…!


*) Naja, zwei von den dreien leben noch…

Nächstes Opfer: Ein Goldfisch

Natürlich ist es nicht wirklich schlimm, natürlich ist es nicht dasselbe, wie ein Menschenleben zu verlieren. Aber trotzdem tut es dem Team und mit schmerzlich weh, dass wir heute bei unserer Online-Probe endlich einmal den Tatsachen ins Auge schauen mussten.

Der Premierentermin für den „Einsamen Goldfisch“ ist nicht mehr zu halten. Nachdem nach dem augenblicklichen Stand der Dinge die Ausgangsbeschränkungen frühestens am 19. April gelockert werden, hätten wir nicht einmal zwei Wochen für „reale“ Proben gehabt — und das ist natürlich viel zu wenig, um Dialoge und Bühnendarstellung so einzustudieren, dass das das Geld und die Zeit unseres Publikums wert gewesen wäre. So haben wir uns nun entschlossen, die Premiere offiziell zu verschieben.

Auf welchen Termin? Das ist natürlich genauso unklar wie so ziemlich alles im Nebel der Corona-Krise. Einerseits wollen wir nach dem Ende der Krise so schnell wie möglich wieder ins Rennen gehen, andererseits weiß noch niemand, wann die Krise denn zu Ende sein wird. Außerdem hat natürlich auch die Döring’sche Theaterwerkstatt, unsere „Paten“ im Theater in der Kofferfabrik, ein Interesse daran, möglichst bald wieder eigene Produktionen aufzunehmen, und so werden wir uns wegen der Termine arrangieren müssen. Erfahrungsgemäß wird es spätestens im Juli zu spät sein, um im Theater der Kofferfabrik zu spielen (unter dem Dach einer ehemaligen Fabrikhalle gelegen, ist es im Sommer schlicht zu heiß), und schließlich versuchen wir ja auch, im August „Frau Luna“ zu produzieren, und an Halloween soll unser Live-Hörspiel im Planetarium aufgeführt werden, das heißt, wenn wir den „Goldfisch“-Termin zu weit nach hinten verlegen, werden wir Schwierigkeiten mit den folgenden Produktionen bekommen.

Von daher planen wir derzeit mit Mitte Juni, vorbehaltlich dessen, dass das für unsere Cast keine Terminkollisionen mit sich bringt, und wir bis dahin die möglicherweise nötige Alternativlocation gesichert haben.

Einmal mehr kann ich nur bitten… Habt Geduld mit uns, und drückt uns die Daumen!

Die Midasgabe des 21. Jahrhunderts

Ich denke, ich bin nicht „reich“ — reich ist man, wenn man Geld für alles hat. Aber ich halte mich für „wohlhabend“ — ich muss mir keine Gedanken machen, wo ich heute nacht schlafe, wo ich morgen neue Schuhe herbekomme und was ich essen soll, und es bleibt noch ein wenig für den Luxus des Lebens übrig.

Und so wie’s aussieht, wird mein Arbeitgeber demnächst Kurzarbeit anmelden.

Geile Aussichten: Ich habe dann die Mittel und die Zeit, all die Urläube, Kurztripps und Wandertouren nachzuholen, die schon lange auf meinem Programm stehen. Zwischen den einzelnen Tripps besuche ich lauter Konzerte geiler Bands, die ich vorher nicht kannte, und lasse mich in Theateraufführungen und Shows blicken. Oder gehe auf zwei, drei enstpannte Seidla mit meinen Kumpels.

Was kann bei so einem Plan schon schiefgehen?