„Ich habe das meinige getan…“

„… tun Sie das Ihrige“, empfahl schon der Großinquisitor am Ende von Don Carlos.

Ich habe jetzt mal den ersten kompletten Entwurf des Librettos für die „100 Jahre Freistaat Bayern“ an unsere kleine Crew geschickt und warte gespannt auf die Reaktionen.

Im Ganzen soll das Musical aus 16 durch Lieder miteinander verbundenen  Szenen bestehen — ein paar sind mir meiner Meinung nach durchaus gelungen, bei einigen habe ich aber auch noch ein gewisses Bauchgrimmen, dass diese noch nicht der Weisheit letzter Schluss sind, und ohnedies gibt es noch einiges zu glätten und zu polieren, ehe wir damit auf eine Bühne gehen.

Ich bin tatsächlich einigermaßen unsicher in diesem Metier, zumal das ja das erste Textbuch für ein Musical ist, das ich abliefere. Ich hoffe mal, meine Unsicherheit ist nur Zeichen einer gesunden Bescheidenheit, und am Ende bekomme ich das Thumbs-Up von allen.

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“

… wie schon Karl Valentin so treffend bemerkte.

Da ich noch zwei Tage Resturlaub aus 2017 zu verbummeln habe, nutze ich die Gelegenheit, das Skript für „100 Jahre Freistaat…“ voranzubringen — eigentlich hatte ich Andreas und dem Rest vom Team ja versprochen, dass das bis Ostern geregelt sei, aber vermutlich wird’s doch ein wenig länger dauern.

Dafür haben wir eine erste vorläufig endgültige (…) Liederliste, und ich kann euch versprechen, ihr werdet auf eure Kosten kommen: Mit der Rocky Horror Show und Little Shop of Horrors sind zwar zwei meiner Favoriten der Schere zum Opfer gefallen, aber die alte Bühnenweisheit lautet ja „Kill your darlings“, und mit den Liedern, die wir dafür ins Musical aufgenommen haben, können wir euch garantiert einen mindestens ebenso tollen Abend bieten!

Jetzt aber wieder zurück ans Skript…

Konsolidierende Sitzung: „100 Jahre Musical“

Am letzten Sonntag hatten wir unsere erste konsolidierende Sitzung für 100 Jahre Musical — 100 Jahre Freistaat Bayern, eine kleine Musicalproduktion, zu der mich ihr Initiator Andreas Rüsing als Libretto-Autor eingeladen hat.

Natürlich habe ich mir das nicht zweimal sagen lassen, und nachdem Andreas und ich uns schon getroffen, besprochen und Vorstellungen im kleinen Kreis ausgetauscht hatten, traf sich das Ensemble dieser Produktion am letzten Sonntag im „Maison V“, Schauplatz auch schon so mancher Hörspielprobe von Little More Sonic und E-Space Stories.

Fotos zu schießen habe ich leider versäumt, aber ich kann euch versichern, es war die übliche leicht chaotische Begegnung von Künstlerseelen, die ihre Ideen aufeinandertreffen lassen, leidenschaftlich miteinander debattieren und versuchen, gleichzeitig ihre kreativen Ideen zu vermitteln und die des anderen zu erfassen. Bei dieser artistischen Hobelei fallen natürlich Späne, von meinem ursprünglichen Konzept für die Geschichte ist nicht viel übriggeblieben, aber ich bin guter Dinge, dass die Idee, die ich jetzt für die „100 Jahre“ verfolgen will, wesentlich besser ist als die alte Storyline jemals gewesen wäre. Dazu haben wir jetzt außerdem eine Liste an Liedern, mit denen wir ein ganzes Wochenende füllen könnten, und Andreas fällt nun die undankbare Aufgabe zu, die Spreu vom Weizen zu trennen und zu bestimmen, welche Songs in voller Länge zur Aufführung kommen, welche nur angespielt werden, und welche leider wieder in der Versenkung verschwinden müssen — welche Lieder ins Konzept der Story und der „reinen Stimmung“ passen, und welche weniger.

Da idealerweise das Skript schon bis Ostern fertig wäre, muss ich mich jetzt gewaltig ranhalten, zumal noch eine Reihe anderer Termine für mich ansteht. Aber ich freue mich gewaltig, und die Herausforderung nehme ich gerne an!