Act naturally!

In erster Linie sehe ich mich ja als Autor und Meister des geschliffenen Worts. Die Verantwortung für meine Texte übernehme ich aber nicht gerne, so dass ich mich entweder hinter einer Mauer aus Papier verstecke oder es anderen überlasse, meine Sätze als die ihren zu verkaufen. Das Höchste der Gefühle war bisher, dass ich wenigstens ein Mikrofon und einen Lautsprecher zwischen mein Mundwerk und mein Publikum bringe. Aber nun ist es passiert.

Seit geraumer Zeit befinde ich mich ja schon im Orbit um das Stadtmusical Nürnberg, ursprünglich um dem Kometen meiner Frau zu folgen, die dort im Ensemble singt, dann die letzten beiden Jahre im Foyer, um die Gäste mit Bier und Schnittchen bei Laune zu halten, und schließlich im Trailer für die aktuelle Produktion, den „Seelenhändler“ — wofür mich, wie ich dachte, nur qualifiziert hat, dass ich im Besitz eines schmucken Landsknechts-Outfits bin. So  habe ich immer respektvollen Abstand von den Brettern der großen Bühne gehalten…

Aber, wie es der Motte so geht, die das Licht umschwirrt — irgendwann macht’s Zapp. Und so wurde ich letzte Woche gefragt, ob ich bereit wäre, in einer Nebenrolle im „Seelenhändler“ einzuspringen, da Johnny Depp nicht verfügbar war und Christopher Walken’s nicht draufhat. Aus Gewissensgründen habe ich zugesagt, bevor die Produktion den Bach runtergeht (und weil ich in Wirklichkeit natürlich auch geil darauf bin, im Mittelpunkt zu stehen), und verbringe jetzt bis Anfang Januar die Abende zwischen Proben, Auftritten und Foyerarbeit. Ich bin schonmal sehr gespannt auf die Proben — schließlich ist das das erste Mal für mich seit Studienzeiten, dass ich auf einer Bühne stehe, und das allererste Mal, dass ich als Darsteller an einer professionellen Produktion teilnehme. Und noch mehr gespannt bin ich dann darauf, wie ich mich letztlich bei den Aufführungen machen werde… Augen zu und durch!

Zu dem Zeitpunkt, an dem dieser Beitrag online geht, werde ich wohl gerade proben…: „Der Pfaffe hat gesagt, um neun würden sie sich mit dem Boten von Luther treffen, und jetzt ist es gleich zehn…!“

Auftrittstermine habe ich noch keine, die reiche ich aber baldmöglichst nach.

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