A propos Namen

Ich gehe davon aus, dass beim „Fall Zita S.“ die meisten Leser die Frage nach dem Täter an die zweite Stelle setzen werden, und vielmehr als Erstes wissen wollen: Was ist „Iahel Nimoy“ eigentlich für ein merkwürdiger Name?

„Iahel“ (oder gebräuchlicher „Jael“) ist ein jüdischer Vorname, der soviel wie „die Bergziege“ bedeutet. (Da muss jemand sein Kind sehr geliebt haben.) Im Alten Testament taucht Jael als unfreiwillige Gastgeberin des feindlichen Feldherrn Sisara auf, der nach einer verlorenen Schlacht bei ihr Schutz sucht. Jael gewährt ihm einen Becher Joghurt und eine Decke, und nachdem Sisara eingeschlafen ist, kommt sie ihrer patriotischen Pflicht nach und hämmert ihm einen Zeltpflock durch den Schädel und nagelt ihn damit am Boden fest. (Ich hatte schon Hotels, wo ich ähnlich gastfrei aufgenommen wurde.) Die Sonderkommissarin ist sich der Herkunft ihres Namens bewusst, nennt sich doch ihr Lieblingsgetränk, wie Quentin von Cramm in einer ruhigen Stunde herausfindet, „Sisaras Nagel“…

„Nimoy“ ist natürlich eine Verbeugung vor Leonard Nimoy, dem ungeschlagenen Darsteller des Über-Logikers Spock. Der Name ist einerseits exotisch*), andererseits deutschen Lesern hoffentlich vertraut genug, dass sie ihn sich merken können.**) Und wenn man so will ist es auch eine Hommage an Umberto Eco, der in den Achtzigern den Krimi mit „Der Name der Rose“ wieder salonfähig gemacht hat, und nicht umsonst seinen Helden „William von Baskerville“ nannte.

*)Es gibt wohl ein ungeschriebenes Gesetz, nach dem Krimihelden keinesfalls „Hans Schmidt“ heißen dürfen sondern immer mehr oder minder klingen, als sei eine Katze über den Setzkasten gelaufen.

**) Ich würde mir wirklich wünschen, WordPress böte eine Funktion für Fußnoten an.

Nicht nur einen Namen, sondern auch ein Gesicht…

… beziehungsweise ein Cover braucht das Kind, sprich das Buch. Wenn man, wie die Briten sagen, „das Buch auch nicht nach dem Umschlag beurteilen“ soll, so hilft ein ansprechendes Cover doch auf jeden Fall, die Aufmerksamkeit der Leser auf die Bücher zu richten, die ihnen gefallen könnten.

In diesem Zusammenhang bin ich sehr stolz und froh, dass ich die Künstlerin Johanna Lawrence für die Mitarbeit an „Zita S.“ gewinnen konnte.

Johanna stammt aus Schweden, kam der Liebe wegen nach Fürth (doch, manchmal, wenn man genau hinschaut, kann die Welt recht romantisch sein!), und arbeitet hier als Grafikerin und Schmuckdesignerin. Schaut euch ihr Blog im obigen Link bzw. ihr Portfolio (links im Adress=Register) an; ihr werdet sicher Gefallen an ihren Arbeiten haben!

Der Header des Iahel Nimoy-Blog stammt noch nicht von Johanna, sondern ist schamlos geklaut: Es ist ein Ausschnit aus Vittorio Matteo Corcos‘ Gemälde „Sogni“.

Das Kind braucht einen Namen!

Ein Buch ohne Namen, das geht ja nun wohl schlecht, und die ISBN alleine macht ja auch nicht soo neugierig auf einen Roman…

Lange lange habe ich mit mir gerungen und Gott und die Welt um Rat gefragt: Wieviel soll und darf der Titel von der Handlung preisgeben? Wie wirkt er attraktiv, ohne abgegriffen zu sein? Und schließlich, wie stellt man einen Bezug zu Fürth und der Geschichte her?

Nach viel hin und her, bei dem sich herausstellte, dass der einzige Titel, der wirklich alles das unter einen Hut gebracht hätte,*) leider schon in allen Varianten vergeben war, haben wir uns nun schließlich auf einen Namen geeinigt:

Der Fall Zita S., so wird Iahel Nimoys erster Fall in abendfüllender Länge heißen. Danke, Sina!

*) Ich werde jetzt nicht sagen, welcher das war, denn in diesem Kontext würde das vielleicht doch ein bisschen zu viel von der Geschichte verraten…