Frau Nimoy hat einen Verehrer…!

Oder vielmehr eine Verehrerin: Hanni hat das Rennen gewonnen und ist erster Follower von Frau Nimoys Blog: Ihr eigenes Blog, ebenfalls noch taufrisch, bietet ein Kontrastprogramm zu der Mordbrennerei hier mit geschmackvoller Wohnungsdeko und schmackhaften Rezepten.

Allerdings hat Hanni schon angedeutet, dass sie sich auch an Literatur versucht, und dass es wohl ein wenig Poesie aus ihrer Feder gibt, die darauf wartet, das Licht der digitalen Welt zu erblicken… Wir folgen gespannt!

Kandidaten, die es nicht geschafft haben

Wie bereits erwähnt war es eine schwere Geburt, einen guten Titel für Frl. Nimoys Debütroman zu finden. Hier ein paar der Kandidaten, die früher oder später aus dem Rennen waren:

  • So ziemlich jede Kombination aus „Schatten“, „Glas“und „Bildern“, weil das so cool düster klingt — leider meist bereits vergeben
  • „Eine Fürtherin am Zug“ — da Zita S. aus dem fahrenden Zug entführt wird
  • „Entführt in Fürth“ — Kleine Herausforderung für alle mit Schreib-Leseschwäche
  • „Tausend Schlote, eine Tote“ — Mein Favorit, in Anspielung auf Fürth, das als aufstrebender Industriestandort auch „Stadt der tausend Schlote“ genannt wurde. Kam aber trotzdem nicht gut an.

So wurde es dann schließlich doch das eher biedere „Der Fall Zita S.“, und sei es auch nur, weil das bereits existierende halbe Dutzend Kurzgeschichten um Iahel Nimoy allesamt Titel wie „Der Fall des/der…“ trägt.

Was macht ein Schwabe,…

… der sich zwar für knuspriges Schäufele und Kellerbier begeistern kann, der aber nie die fränkische Zunge angenommen hat und trotzdem einen historischen Roman in Fürth spielen lassen will? — Klarer Fall, er holt sich Hilfe. (Weil, der isch ja ed blêd.)

In meinem Fall war das helfende Mundwerk mein alter Kumpel und Arbeitskollege Christian „Hoadl“ Hack (wie das mit diesen fiesen Hausnamen läuft, hab ich immer noch nicht begriffen), der meine Dialoge wo es Not tat in lupenreines Middelfränkisch übersetzt hat — dafür nochmal ein schallendes Vergelt’s Gott!

Doch sollte sich jetzt kein preußischer Zugereister dadurch vom Lesen von Iahel Nimoy abhalten lassen — das Groß der Dialoge ist tatsächlich dudenfeines Hochdeutsch, und fränkisch wird’s nur, wenn Herr von Cramm und Frau Nimoy sich unter die Fürther Arbeiterklasse mischen, und auch dann kann der geneigte Leser unter Garantie noch folgen.

Ein bescheidenes Heim für Frau Nimoy

Edition Knurrhahn — was für ein entzückend altmodischer Name; was verbirgt sich dahinter?

Die Idee zu Iahel Nimoy ist ja nun nicht mehr ganz neu und, ehrlich gesagt, liegt das fertige Manuskript auch schon einige Monate bei mir auf dem Schreibtisch beziehungsweise kursierte in verschiedenen Verlagsredaktionen.*) (Eines Tages werde ich auch noch die Geschichte dieses Buches niederschreiben; es ist ein interessantes Stück für sich.) Nachdem sich die großen Namen der Branche nicht recht für Frau Nimoy erwärmen wollten, habe ich mich entschlossen, nicht gleich den ganz großen landesweiten Durchbruch zu erzwingen, sondern mich in der Region umzusehen.

Meine Frau Sina hat mir hierbei mal wieder unschätzbare Dienste erwiesen und mich eben auf die Edition Knurrhahn aufmerksam gemacht, einen Nürnberger Kleinverlag, der mit Autoren und Geschichten aus der Region punktet. Die Edition backt ein wenig kleinere Brötchen als Fischer oder Rowohlt, und ist ebensosehr ambitioniertes Kulturprojekt wie richtiggehender Verlag. Ich denke, ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, dass weder der Verleger Thomas Rüger noch ich erwarten, vom Erlös der Iahel Nimoy-Bücher unseren Lebensunterhalt verdienen zu können…

Andererseits bietet ein solches semiprofessionelles Umfeld natürlich auch Freiheiten und Möglichkeiten, wie sie ein großer Verlag nicht bieten kann; insbesondere können Thomas Rüger und ich „unser Ding durchziehen“ und unsere Visionen verfolgen, und wenn es denn doch ein gewaltiger Flop werden sollte, nun, dann steht wenigstens nicht unser beider Existenz auf dem Spiel — im Gegensatz zu manchem kleinen Verlag, für den ein verkorkstes Buch bereits das Ende bedeuten kann.

Die Edition Knurrhahn existiert seit 1997 und hat bereits ein ansehnliches Portfolio fränkischer Autoren um sich geschart, zu denen ich mit stolzgeschwellter Brust dazustoße. Ich freue mich darüber, hier ein literarisches Heim für Frau Nimoy gefunden zu haben, und sehe den weiteren Projekten — Krimis oder anderweitig, was auch immer sich ergibt — gespannt entgegen.

*) Ich will mir zumindest einbilden, dass es dort tatsächlich gelesen wurde und nicht nur aus dem einen Umschlag genommen und stante pede in den Rückumschlag gesteckt wurde, wie das wohl bei zahlreichen Verlagen der Fall ist…