In eigener Sache

Derzeit schlagen die Wellen wieder hoch (leider nicht so hoch, wie es eigentlich sein sollte) über Amazons mutmaßliche Vertriebspolitik. Demzufolge sollen Bücher von Verlagen, die Amazon nicht zu Vorzugsbedingungen (vulgo Rabatten) beliefern wollen, vorsätzlich verzögert ausgeliefert werden, um so Druck auf die Verlage auszuüben.*) Inzwischen haben sich auch namhafte deutsche Autoren in einem offenen Brief an Amazon gewandt und das Vorgehen kritisiert.

Mich hat keiner gefragt, sonst hätte ich mitgemacht.**) Aber als jemand, der an die Macht des Marktes glaubt, möchte ich allen Lesern ans Herz legen, doch mal wieder in die Buchläden zu gehen und Amazon wenigstens für ein paar Wochen links liegen zu lassen. Allen Mittelfranken kann ich z.B. garantieren, dass die Buchhandlungen Genniges, Jungkunz und Edelmann in Fürth durchwegs ausgezeichnet sortiert sind! Ich gehe davon aus, dass solcherart Druck von den Konzernzentralen durchaus noch sensibler registriert wird als Briefe von wem auch immer.

*) Die Strategie halte ich generell für wenig sinnvoll, weil die Kunden in erster Linie sehen, dass Amazon selbst langsam liefert, nicht, dass die Verzögerung in Verbindung mit einem bestimmten Verlag steht, aber ich bin ja auch kein Fachmann für Marketing.

**) Auch wenn es mich nicht direkt betrifft: Leider sind die Bücher meines Verlags nicht über Amazon erhältlich, da die edition Knurrhahn nicht an das Liefersystem der Großhändler angeschlossen ist.

Ungezogen umgezogen

Ab und zu ist es Zeit, was Neues auszuprobieren, und auch mein Verleger ist den Schritt gegangen — Ab sofort ist die „Edition Knurrhahn“ online hier zu finden:

http://www.thomasruegerverlag.de.vu

(Und damit gehören diese grauenvollen Vodafone-Popups endlich der Vergangenheit an…)

Unter der Adresse („Kontakt“) können natürlich auch die Bücher der Edition bestellt werden. Bitte aktualisieren Sie Ihre Links!

Und noch was ganz anderes:

Es gibt noch ein weiters Projekt, bei dem ich im Moment involviert bin, und zwar handelt es sich dabei um „Blakes Heaven“.

Das Buch ist ein Tribut an „Blakes 7“*), eine SF-Serie des englischen Fernsehens, die in den frühen 70ern so etwas wie „Robin Hood in Space“ auf die Bildschirme brachte. Wenn ihr sie nicht kennt, dann outet euch das nicht als ignorant — die Serie wurde in Deutschland nie ausgestrahlt, und selbst in Großbritannien hat sie nur eine überschaubare Anhängerschaft. Zu dieser Anhängerschaft zählt aber einerseits John Davies, der dieses Projekt ins Leben gerufen hat, und andererseits meine Frau Sina, im Gegensatz zu mir, der „Blakes 7“ nicht allzuviel abgewinnen konnte.

Johns Idee war es, zu jeder der Episoden der Serien einen Fan (oder in Ermangelung dessen einfach nur einen Zuschauer) seine Erinnerungen an diese eine Folge niederschreiben zu lassen: Was er dabei empfunden hat, als er sie zum ersten Mal sah, wie sie ihn bewegt und beeinflusst hat. Klar, dass Sina, als sie von „Blakes Heaven“ hörte, Feuer und Flamme für das Thema war und sich beteiligt hat. Als einer der Teilnehmer sich aus dem Projekt zurückziehen musste, stand ich plötzlich im Rampenlicht und wurde mit sanfter Gewalt ebenfalls zur Mitarbeit überredet…

So entstand ein kurzes Essay, „Minority Report: The Children of Auron“, in dem ein Nicht-Fan (was John erst bewusst wurde, nachdem er mich eingeladen hatte) seine Ansichten zu der Serie im Allgemeinen und dieser Folge im besonderen zum Besten gibt. Große literarische Qualitäten kann ich nicht versprechen, zumal das Essay auf Englisch ist, aber ich lege die Hand dafür ins Feuer, dass der Kontrast zwischen Sinas und meiner Sicht auf die Serie zumindest… „interessant“ sein wird.

*) Fans haben früh bemerkt, dass die BBC anscheinend tatsächlich die ersten drei Staffeln lang die Pflege der englischen Sprache vergessen und im Titel der Serie den eigentlich angebrachten Apostroph („Blake’s“) weggelassen hat…