Konsolidierende Sitzung: „100 Jahre Musical“

Am letzten Sonntag hatten wir unsere erste konsolidierende Sitzung für 100 Jahre Musical — 100 Jahre Freistaat Bayern, eine kleine Musicalproduktion, zu der mich ihr Initiator Andreas Rüsing als Libretto-Autor eingeladen hat.

Natürlich habe ich mir das nicht zweimal sagen lassen, und nachdem Andreas und ich uns schon getroffen, besprochen und Vorstellungen im kleinen Kreis ausgetauscht hatten, traf sich das Ensemble dieser Produktion am letzten Sonntag im „Maison V“, Schauplatz auch schon so mancher Hörspielprobe von Little More Sonic und E-Space Stories.

Fotos zu schießen habe ich leider versäumt, aber ich kann euch versichern, es war die übliche leicht chaotische Begegnung von Künstlerseelen, die ihre Ideen aufeinandertreffen lassen, leidenschaftlich miteinander debattieren und versuchen, gleichzeitig ihre kreativen Ideen zu vermitteln und die des anderen zu erfassen. Bei dieser artistischen Hobelei fallen natürlich Späne, von meinem ursprünglichen Konzept für die Geschichte ist nicht viel übriggeblieben, aber ich bin guter Dinge, dass die Idee, die ich jetzt für die „100 Jahre“ verfolgen will, wesentlich besser ist als die alte Storyline jemals gewesen wäre. Dazu haben wir jetzt außerdem eine Liste an Liedern, mit denen wir ein ganzes Wochenende füllen könnten, und Andreas fällt nun die undankbare Aufgabe zu, die Spreu vom Weizen zu trennen und zu bestimmen, welche Songs in voller Länge zur Aufführung kommen, welche nur angespielt werden, und welche leider wieder in der Versenkung verschwinden müssen — welche Lieder ins Konzept der Story und der „reinen Stimmung“ passen, und welche weniger.

Da idealerweise das Skript schon bis Ostern fertig wäre, muss ich mich jetzt gewaltig ranhalten, zumal noch eine Reihe anderer Termine für mich ansteht. Aber ich freue mich gewaltig, und die Herausforderung nehme ich gerne an!

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Hallo miteinander,

Es gibt zwei Neuigkeiten:

Zuerst, es ist weiterhin unklar, wie es mit Frau Nimoy weitergeht. Ich würde zwar gerne an ihr und ihrem Sidekick von Cramm festhalten, allerdings gibt es momentan keine konkreten Pläne für neue Bücher oder andere Projekte. Aus diesem Grunde lege ich dieses Blog mal vorläufig still.

Aber: Das Leben geht natürlich weiter, und ich habe mir eine neue Website zugelegt, die über alle meine vergangenen, aktuellen und künftigen Projekte berichten soll. Darum, legt euch bitte als neue Bookmark

elmarvogt.net

an, und lasst euch dort recht oft blicken!

 

Neues von hinter der Theke

Es gibt immer noch recht wenig Neues zu Frau Nimoy zu berichten — das soll nicht heißen, dass ich müßig gehe, sondern dass ich derzeit vielerlei Projekte verfolge.

Eines dieser „Projekte“ (zu denen ich mal wieder wie die Jungfrau zum Kinde gekommen bin) war das Musical Der Kaiser und die Gauklerin, produziert vom Musical Netzwerk Nürnberg. Meine Geliebte Sina hatte dort eine Rolle als Sängerin erhascht, und als die Aufführungstermine näherrückten meinte sie in ihrer praktischen Art, bevor ich die ganzen Abende alleine säße, mich nach ihr grämte und möglicherweise auf dumme Gedanken käme („Ich…?“) könne ich ja auch bei den Veranstaltungen im Foyer helfen — wo chronischer Mangel bei Freiwilligen herrscht.

Gesagt, getan, denn es ist nicht klug, den Plänen der Prinzessin  zu trotzen, und so kam ich zu ein paar Einsätzen an Garderobe, Einlass und hinter der Theke der Bar. Im Rahmen einer Abschlussfeier für die Helfer wurden wir noch einmal nach unserem Feedback gefragt, und welche Erfahrungen wir denn so gemacht hätten. Da mir einer unserer Mitarbeiter besonders im Gedächtnis geblieben war, ließ ich mich zu einem kleinen Gedicht hinreißen, das ich auf der Feier präsentiert habe und hier noch einmal, dem Publikum zur Zerstreuung und Erbauung, vortragen möchte. Der Mitarbeiter in Frage ist die Spülmaschine, darum:

Ode an die Spüle

Das muntre Spiel macht kurze Pause
Und ins Foyer zu Trunk und Schmause
Eilt frohen Muts der Operngänger —
Jenseits der Theke blickt man bänger

Zu laben die erhitzten Massen
Bedarf es nämlich Glas und Tassen
Und ebbt der Strom, so mag dem Kunden
Nicht Sekt noch Bier noch Schorle munden

Schon kniet zu Boden der Barista
Denn seine Aussicht, die wird trister:
Auf die chromverbrämte kuriöse
Spülmaschine blickt er böse

Mal spült sie rasch zu vollem Glanze
Mal nicht so sehr, es stockt das Ganze
Das Nass ist kalt, oder zu heiße
Der Barmann greint, was soll diese unbefriedigende Gesamtsituation?

Zum heitern Stück macht böse Miene
Die kapriziöse Spülmaschine
Lenkst du auch stolz des Bieres Hähne:
Der Spüle zollst du manche Träne!

„Erhöre doch meine Gefühle
Wenn ich in deinem Korbe wühle
Dein Dampf unwallt mich feucht und schwüle
Gehasste und geliebte Spüle!“

Geduld ist nicht des Trinkers Tugend
Es zetern Greise und auch Jugend
So dauert es denn gar nicht lange
Fast wird zum Mob die brave Schlange

Die Kundschaft wünscht mit Recht zu zechen
Schont droht der kultivierte Damm zu brechen —
Da wandelt sich der Spüle Laune
Sie spült und braust, dass man nur staune!

Sie liefert brav und ganz manierlich
Den festen Krug, den Kelch, der zierlich
Und eh der Abend tragisch endet
Hat sie das Unglück abgewendet

„Erhört hat sie meine Gefühle
Da ich in ihrem Korbe wühle
Lässt sie mich endlich ran zum Ziele:
Gehasste und geliebte Spüle!“

Schee war’s!

Die Veranstaltung im Rahmen der Nürnberger Mittagslesungen war — zumindest für mich — ein voller Erfolg: Ein voller Saal, ein angenehmer Plausch mit der Moderatorin, Madeleine Weishaupt, und die Gelegenheit, Frau Nimoy mal einem Publikum jenseits der Stadtgrenze vorzustellen.

Ich habe mich sehr amüsiert, und ich hoffe, mein Publikum genauso. Bei der Gelegenheit konnte ich auch mal meinen Verleger, Thomas Rüger, wiedersehen, und wir haben besprochen, dass wir uns schleunigst mal wieder zum Thema „neue Projekte“ zusammensetzen müssen…!

m_weishaupt
Im Gespräch mit der Organisatorin, Madeleine Weishaupt
nuernberger_persoenlichkeit
Ich bin also eine „Nürnberger Persönlichkeit“… Sehr ordentlich!

Bilder: Angela Nelk