Und noch ne Vorstellung…

Bei der gestrigen Probe zum „Seelenhändler“ wurde ich erstmal von Komplimenten überrascht: Sowohl Andreas, der die musikalische Leitung hat, als auch Marc Bollmeyer, unser Regisseur, kamen auf mich zu und lobten mich für Darstellung und Vortrag als „Niklas“.

Natürlich geschieht so etwas nie ohne Hintergedanken, und während ich mich noch im Glanze meines Egos sonnte, habe ich mir andrehen lassen, neben der Vorpremiere auch noch die Premiere zu spielen — an der ich eigentlich für den Thekendienst vorgesehen war. (Mein plötzlicher Aufstieg mag auch Termin- und Krankheitsproblemen meiner Mitbesetzungen für die Rolle geschuldet sein, aber das klingt nicht so schön)

Falls ihr also am kommenden Samstag noch nichts vorhabt… Hier ist der aktuelle Spielplan für mich! Meines Wissens ist die Vorpremiere ausverkauft, aber für die Premiere gibt’s noch Tickets.

Alles auf die Bühne

Ausgespielt! Am 5.1. hatte ich meinen letzten Auftritt:

Ich weiß ja nicht, inwiefern es sich schon herumgesprochen hat, darum nochmal ausdrücklich: Ich bin bei der diesjährigen Produktion des Stadtmusicals Nürnberg, dem „Seelenhändler„, nicht nur im Foyer tätig, sondern habe auch einige Termine auf der Bühne.

Nein, singen werde ich nicht und noch weniger tanzen, sondern ich habe die kleine Sprechrolle des „Niklas“ bekommen, der der Mann fürs Grobe ist im mittelalterlichen Nürnberg — ein Mitwürgender, sozusagen. Hier sind meine Auftrittstermine, falls ihr bei eurem Besuch sicherstellen wollt, mich zu sehen oder zu vermeiden:

  • Freitag, 30.11., 19:30 (Vorpremiere)
  • Samstag, 1.12., 19:30 (Premiere)
  • Sonntag, 2.12., 18:30
  • Donnerstag, 6.12., 19:30
  • Freitag, 14.12., 19:30
  • Sonntag, 16.12., 18:30
  • Mittwoch, 26.12., 14:30
  • Donnerstag, 27.12., 19:30
  • Freitag, 28.12., 19:30
  • Dienstag, 1.1., 19:30
  • Donnerstag, 3.1., 19:30
  • Freitag, 4.1., 19:30
  • Samstag, 5.1., 14:30

Alles wie’s im Theaterleben üblich ist ohne Gewähr. Falls sich was ändert, werde ich das so schnell wie möglich hier eintragen. Autogrammkarten sind in der Post!

Eine Übersicht aller Vorstellungstermine findet ihr hier, wo es auch Tickets gibt.

Weitere Kritiken und Fotos:

Weiterlesen „Alles auf die Bühne“

Act naturally!

In erster Linie sehe ich mich ja als Autor und Meister des geschliffenen Worts. Die Verantwortung für meine Texte übernehme ich aber nicht gerne, so dass ich mich entweder hinter einer Mauer aus Papier verstecke oder es anderen überlasse, meine Sätze als die ihren zu verkaufen. Das Höchste der Gefühle war bisher, dass ich wenigstens ein Mikrofon und einen Lautsprecher zwischen mein Mundwerk und mein Publikum bringe. Aber nun ist es passiert.

Seit geraumer Zeit befinde ich mich ja schon im Orbit um das Stadtmusical Nürnberg, ursprünglich um dem Kometen meiner Frau zu folgen, die dort im Ensemble singt, dann die letzten beiden Jahre im Foyer, um die Gäste mit Bier und Schnittchen bei Laune zu halten, und schließlich im Trailer für die aktuelle Produktion, den „Seelenhändler“ — wofür mich, wie ich dachte, nur qualifiziert hat, dass ich im Besitz eines schmucken Landsknechts-Outfits bin. So  habe ich immer respektvollen Abstand von den Brettern der großen Bühne gehalten…

Aber, wie es der Motte so geht, die das Licht umschwirrt — irgendwann macht’s Zapp. Und so wurde ich letzte Woche gefragt, ob ich bereit wäre, in einer Nebenrolle im „Seelenhändler“ einzuspringen, da Johnny Depp nicht verfügbar war und Christopher Walken’s nicht draufhat. Aus Gewissensgründen habe ich zugesagt, bevor die Produktion den Bach runtergeht (und weil ich in Wirklichkeit natürlich auch geil darauf bin, im Mittelpunkt zu stehen), und verbringe jetzt bis Anfang Januar die Abende zwischen Proben, Auftritten und Foyerarbeit. Ich bin schonmal sehr gespannt auf die Proben — schließlich ist das das erste Mal für mich seit Studienzeiten, dass ich auf einer Bühne stehe, und das allererste Mal, dass ich als Darsteller an einer professionellen Produktion teilnehme. Und noch mehr gespannt bin ich dann darauf, wie ich mich letztlich bei den Aufführungen machen werde… Augen zu und durch!

Zu dem Zeitpunkt, an dem dieser Beitrag online geht, werde ich wohl gerade proben…: „Der Pfaffe hat gesagt, um neun würden sie sich mit dem Boten von Luther treffen, und jetzt ist es gleich zehn…!“

Auftrittstermine habe ich noch keine, die reiche ich aber baldmöglichst nach.

The End

Das war’s jetzt also fürs Erste mit den „100 Jahren Musical„, dem ersten Libretto das ich schreiben durfte: Am letzten Sonntag hatten wir die vorläufig letzte Aufführung, diesemal in Neuburg an der Donau, und natürlich war bei mir ein wenig Wehmut dabei. Hier ist eine Besprechung aus dem Donaukurier zu der Performance.

Es war ein großer Vertrauensvorschuss von Andreas, dass er mir angeboten hat, das Buch für etwas zu schreiben, das als „Mini-Musical“ gedacht war (und dann etwas aus dem Ruder gelaufen ist — naja: „Wenn du träumst, träume Großes!“), und ich glaube, ich habe ihn nicht enttäuscht. Für mich war es sehr spannend, im Rahmen der Beschränkungen des Formats zu arbeiten: Es ging ja nicht nur darum, eine Handvoll witziger oder nachdenklicher Sketche zu schreiben, sondern ich hatte nur ein Ensemble von zwei Frauen und einem Mann an der Hand, von denen wiederum auch nicht jeder jedes Lied singen konnte — es galt also, die Szenen so aufzubauen und zu sortieren, das sowohl der Fluss gewahrt war und sich etwas Tiefgründigeres mit dem Komischen abwechselte, dass aber trotzdem Zeit für die Kostümwechsel blieb.

Natürlich würde ich rückblickend einige Sachen anders machen: Das Thema „Korruption“ kommt beispielsweise zu oft vor, und der Schlussmonolog der Flüchtlingshelferin stolpert ein wenig schwerfällig daher.*) Aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit meiner Arbeit, und auf die Sequenz zur Nachkriegszeit bin ich richtig stolz.

Das ist aber natürlich auch leicht, wenn man ein Ensemble wie Gitti, Karin und Alex (und Tamás und Fabian…) hat. Ich hab mich riesig gefreut, wie die drei meinen Texten Leben eingehaucht haben, und ihre Spielfreude auf der Bühne war jedesmal wieder ansteckend. Zumal beim letzten Gig am Sonntag, als Karin schwer erkältet auf die Bühne kam, aber trotzdem gesungen und getanzt hat, als ob’s kein Morgen gäbe… Das entschädigt dann schon dafür, dass nicht alle Projekte reibungslos laufen.

Jetzt schauen wir mal wie’s weitergeht. Ein- oder zweimal werden die „100 Jahre Musical“ 2019 mindestens gespielt werden, und wir bemühen uns natürlich um weitere Termine, aber „fix is nix“. Andreas ist derzeit noch vollauf mit den Vorbereitungen für sein nächstes „King Size“ Musical, den „Seelenhändler“ beschäftigt und wird danach erstmal eine kleine Auszeit nehmen. Ich für meinen Teil networke fleißig weiter, unter anderem an der Theke im Foyer des „Seelenhändlers“. Außerdem… aber darüber demnächst mehr auf diesem Kanal! 🙂


*) Wir haben nach den ersten Aufführungen besprochen, ob ich den Text nochmal überarbeiten sollte, uns aber dann aus Zeitgründen dagegen entschieden: Es wäre zu aufwändig gewesen, den neuen Text zu lernen.