Lehren für ein Produzentenleben

In unserer kleinen Künstlergruppe „LightsDownLow“ bin ich sicher nicht der größte Produzent; Sina und Stefanie haben mir da viel voraus. Nichtsdestoweniger übernehme ich ja neben der Verantwortung für die Skripte auch ab und zu die Verantwortung für das „Gesamtkunstwerk“, so auch bei Death Star, einer Musik-Bühnen-Hörspielproduktion, an der wir gerade feilen.

Bis neulich dachte ich da noch, wir hätten eine Band für die Produktion, und damit seien die größten unserer Sorgen bereits erledigt. Vorgestern habe ich dann erfahren, dass die ins Auge gefassten Kandidaten wohl „eher nicht so geeignet“ seien, von daher standen wir wieder bei Null. Ich habe einen sehr gefrusteten Nachmittag verbracht, und die arme Sina hatte es alles andere als leicht mit mir.

Gestern haben wir uns dann im konspirativen Kreis wieder zusammengesetzt und nicht nur Alternativen diskutiert sondern darüberhinaus auch Pläne für das gesamte kommende Jahr geschmiedet. Und ich bin wieder mit Enthusiasmus und Zuversicht dabei, und sobald sich der Klammergriff von Corona gelockert hat (kann ja nun nicht mehr lange dauern…) bin ich wildversessen darauf, wieder loszulegen.

Was lernen wir daraus?

Wer in der Branche der darstellenden Künste etwas erreichen will, braucht zweierlei: Einen langen Atem und Nehmerqualitäten.*) Um nicht zu sagen, einen an Realitätsverweigerung grenzenden Optimismus.

*) Das sind notwendige, aber nicht unbedingt ausreichende Eigenschaften.

Vogtsche Regeln der Argumentation

  1. Eine Meinung zu haben, aber sie nicht argumentieren zu können, zeugt nicht von Intelligenz, sondern von Stumpfsinn.
  2. Eine Meinung zu haben, aber sie nicht argumentieren zu wollen, zeugt nicht von Mut, sondern von Feigheit.
  3. Eine Meinung zu äußern, aber nicht für Kritik bereit zu sein, verwechselt Redefreiheit mit Narrenfreiheit.

(Aus gegebenem Anlass.)

„A bisserl was geht immer“

Auch wenn die Möglichkeiten derzeit dank Lockdown sehr eingeschränkt sind, ein bisschen was lässt sich kreativ immer machen. Das haben wir uns gedacht, und so gehen wir mit einem neuen, coronaausgangsbeschränkungsgerecht erstellten Hörspiel an den Start.

Darum möchte ich euch alle herzlich für Sonntag, den 24.1. einladen, wo unser Team von Little More Sonic euch eine neue Doctor Who-Episode vorstellen wird: So seuchengerecht aufgeführet wie produziert veranstalten wir unsere Release-Party für Die Geister von Notre Dame diesmal online, und um 20:00 starten wir unseren Stream auf Youtube, und ihr könnt live dabeisein, wenn wir den Doctor einmal mehr auf ein fantastisches Abenteuer schicken, diesmal ins Mittelalter, wo er den Bau der Kathedrale von Notre Dame verfolgt — Folgt einfach dem Link:

http:bit.ly/lightsdownlowde

P.S. — Das komplette Stück ist pandemiefrei. Kein einziges Wort über die Pest oder andere Krankheiten. Ehrenwort!

Mehr Details.

Was tut man in der Pandemie?

Wenn einem die ganzen Bühnenprojekte wegbrechen?

Nachdem es derzeit nicht allzuviel Sinn ergibt, sich mit neuen Hörspielen oder Dramen zu beschäftigen, bin ich mal durch meine alten Moleskin-Notizbücher gegangen und sortiere die Gedanken, die ich 2014 zu einem Jugendroman hatte.

Vielleicht kommt tatsächlich eine vernünftige Handlung heraus. Das wäre sicher interessant, zumal ich gerade die Gormenghast-Trilogie von Mervyn Peake lese (sehr surreal, sehr barocker Stil, ein bisschen wie Herr der Ringe im Stil von Edgar Allan Poe), das ein bisschen in dieselbe Richtung geht — so ein 1:1-Vergleich könnte spannend werden.

Aber wartet nicht mit angehaltenem Atem darauf. Da werden mindestens noch ein oder zwei Jahre ins Land ziehen, bevor etwas Lesbares herauskommt. Wenn überhaupt…