Alle wollen nur meinen Körper!

Auch wenn ich beim Einsamen Leutnant in erster Linie als Autor angetreten bin und in zweiter Linie als Klugscheißer, der der Regie in die Parade fährt, habe ich doch auch noch eine ganz banale dritte Rolle, und das ist in diesem Fall… Bühnenbild und Bühnenaufbau.

So galt es gestern auch für mich, anzupacken, als wir die Bühne in St. Heinrich ein wenig an unsere Bedürfnisse angepasst haben. Diese Bühnenelemente wiegen erstaunlich viel und sind erstaunlich starrsinnig beim Aufbau…
… aber nun können unsere Eleven ihre Talente auf einer Bühne von 30m2 entfalten. Da besteht langsam die Gefahr, dass sie sich unterwegs verlaufen. 😉

Es ist faszinierend, zu sehen, wie sich die Puzzlestückchen einer Produktion langsam zu einem großen Ganzen fügen: Jetzt haben wir die Bühne mit den endgültigen Auf- und Abgängen fertig, und die Darsteller können ihre Gänge so ausführen, wie sie das auch später tun werden. Wie man sieht geht es auch mit den Kostümen und Requisiten voran, und gleichzeitig damit verändert sich auch die Performance unserer Schauspieler: Man sieht nun deutlich, wie sie in ihre Rollen eintauchen und sie im besten Sinne des Wortes „verkörpern“.

Und das wichtigste Requisit, das Fläschchen mit dem ominösen Gift, steht auch schon bereit…

The Intricacies of Copyright, Copyleft and Copywrong, und die „kleine Münze“

Dieser Post ist echt nur für Insider interessant.

Im Rahmen des gestrigen Workshops der GEMA konnte ich mir endlich eine Frage beantworten lassen, die mich schon seit geraumer Zeit umtreibt, weil dazu in der Szene nur Halbwissen zu kursieren scheint:

  1. Wenn ich im Bierzelt mit meiner Band Musik spiele, muss ich die Setliste an die GEMA abliefern und hinterher die anfallenden Gebühren begleichen, aber prinzipiell bin ich frei in der Wahl des gespielten Materials.
  2. Gilt das ebenfalls, wenn die Lieder wie bei einem Musical in eine durchgängige Handlung eingebettet sind?

Die Annahme unter 1.) ist korrekt, und das gilt auch, wenn das Programm nicht nur aus Songs besteht, sondern wenn sich gespielte Szenen mit Liedern abwechseln, solange die Lieder auch unabhängig für sich selber stehen könnten — wie das beispielsweise bei Frau Luna hat Besuch der Fall war.

Bei 2.) liegt der Fall aber anders. Prinzipiell ist die Darbietung des Liedguts zwar immer noch möglich, aber durch die Einbettung in eine Handlung liegt eine Bearbeitung des Lieds vor (selbst wenn z.B. der Text unverändert bleibt), und die ist immer von der Zustimmung des Rechteinhabers abhängig. Ob ein Lied als „bearbeitet“ gilt, wird anhand des Prinzips der „kleinen Münze“ entschieden (die bekanntlich auch Mist macht, oder so), d.h. es genügen schon relativ kleine Änderungen — das habe ich z.B. auch bei dem Workshop gelernt.

Ein relativ prominentes Beispiel für die Sachlage ist das Musical „Rock of Ages„, dessen Produzenten es nicht gelang, sich die Rechte für den Song Rock of Ages zu sichern, so dass er nicht im Musical selbst vorkommt, aber als Zugabe gespielt werden kann — da es dann keine Handlung mehr gibt…

Bitte beachten: Das ist die laienhafte Wiedergabe der unverbindlichen Auskunft eines Nicht-Fachmanns zu dem Thema, von daher solltet ihr nicht auf die Richtigkeit vertrauen, wenn ihr euer eigenes Projekt plant. Holt euch einen Experten, wenn ihr unsicher seid.

Mal was anderes

Im Rahmen des Bardentreffens in Nürnberg am letzten Wochenende bin ich an einem Stand der GEMA vorbeigekommen, wo ich gleich zu einem kostenlosen Workshop für Sonntag eingeladen wurde. Als in erster Linie dramatischer Autor und Produzent war ich zwar nicht 100%ig die Zielgruppe, aber ich dachte mir, es schadet ja nie, mal über den Tellerrand zu gucken. Und außerdem, spätestens wenn wir die nächste Musical-Show produzieren, werden wir ja wieder mit der GEMA zu tun haben, darum wollte ich mich mal klug machen.

Die Präsentation vor rund 30 Teilnehmern war sehr kompakt (ca. 1 Stunde) und auf den Punkt (Kudos an Referent Manuel Westermann!). Ich sehe jetzt klarer, wie die GEMA „tickt“ und was die Abläufe sind; vorher war mir z.B nicht bewusst, dass die GEMA ein Verein ist. Mit Networking ergab sich leider nicht so viel, wie ich mir erhofft hatte, mit den meisten Teilnehmern hatte ich nur wenig Überlapp, aber Manuel konnte mir am Ende noch ein paar der kniffligeren Fragen zum Thema „Urheberrecht“ beantworten, von daher war der Tag auf jeden Fall ein Erfolg.

Und es gab Schnittchen. 🙂

Sorry für die lausige Qualität meiner Kamera.

Stellenangebot! (solved)

Wir haben inzwischen einen kompletten Stab!


„Erwarte das Unerwartete“ wird eines der wichtigsten Kapitel heißen, wenn ich jemals das ultimative Handbuch für Teilzeit-Produzenten und -Autoren mittelfränkischer Amateurbühnen schreibe. Immerhin haben wir inzwischen alle etwas Routine mit den Produktionen bekommen, und natürlich sind wir auch auf den einen oder anderen Rückschlag gefasst.

Für die XIII. Stunde, unsere Live-Hörspiele, die im November auf die Bühne kommen sollen werden, hatten wir ein kleines Experiment vorgehabt: Wir werden drei Geschichten zum Vortrag bringen, von drei verschiedenen Autoren, und unter der Aegide dreier verschiedener Regisseure/innen. Auch wenn das ursprünglich nur dazu gedacht war, die Last unmittelbar nach der Aufführung des Leutnants auf mehrere Schultern zu verteilen, so versprach das ja auch ein spannendes künstlerisches Experiment zu werden. Aber, wie gesagt, es kommt manchmal anders, und eine unserer Regisseurinnen musste leider den Rückzug antreten, so dass eine Stelle frei geworden ist.

Falls ihr also schon immer mal Regie bei einem Live-Hörspiel führen wolltet, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt. Die Rahmendaten: Probenzeitraum September – November, zu leiten wäre ein Stück mit ca. 25′ Spieldauer. Natürlich müsstet ihr nicht ins kalte Wasser springen, sondern Verena (die Autorin), Stefanie (unsere andere Regie), ich und der Rest des Teams stehen euch mit Rat und Tat zur Seite. Wir können euch zwar kein Geld anbieten, da alle bei LightsDownLow unentgeltlich mitarbeiten, aber wir haben tolle Premierenfeiern, und in der Position der Regie hättet ihr die einmalige Gelegenheit, gleichzeitig die Autoren zu demütigen und die Besetzung zu schikanieren. Idealerweise habt ihr etwas Erfahrung im Audiobereich, mit Radio oder Hörspielen, und habt auch schonmal auf der Bühne was gemacht — das ist aber kein K.o.-Kriterium.

Falls ihr aus dem dynamischen Duo wieder ein tyrannisches Trio machen wollt, nehmen wir sachdienliche Hinweise gerne entgegen — über das Kontakt-Formular hier, oder auf der LightsDownLow-Website. Wir freuen uns, von euch zu hören!

P.S. — Auch für unsere andere Veranstaltung, den Einsamen Leutnant, gibt es noch Karten bei Eventbrite.