Bin ich nicht schrecklich wichtig?

Letztens sind ziemlich gleichzeitig zwei Manuskriptversionen meiner Co-Autoren für unsere im Entstehen begriffene Show, die „XIII. Stunde„, eingetrudelt. Pflichtschuldig (und natürlich aufgeregt und neugierig) habe ich mich sofort daran gemacht, die PDFs zu lesen — und habe mich dabei ertappte, mir einen Moment lang furchtbar wichtig vorzukommen, ein wenig als ginge ich durch die Drehbuchentwürfe für das nächste Star Wars-Kapitel. Und dann habe ich daran zurück gedacht, wie wir vor nicht allzulanger Zeit zum ersten Mal eine Bühnenshow realisiert haben, und wie wir 2014 ganz bescheiden angefangen haben, mit den allerersten Aufnahmen in einem Band-Probenraum, veröffentlicht auf einer kleinen Website, für die wir nicht einmal einen Domänennamen bezahlen wollten…

Es ist eine spannende Reise bisher gewesen, eine lustige, aufregende, anstrengende, manchmal traumatische (das „Probenwochenende aus der Hölle“…), manchmal begeisternde, immer aber lohnenswerte Reise, und kein Schritt dieser Reise wäre möglich gewesen ohne die großen und kleinen Helfer, und ohne die anderen Autoren, Regisseure, Produzenten, Darsteller und Sprecher, Musiker und auch Spielstätten, die uns — mir, in diesem Fall — vertraut haben. Und dafür bin ich unendlich dankbar, und freue mich unbändig auf die weiteren Schritte dieser Reise.

Fazit: Nein, ich bin nicht schrecklich wichtig. Das ist ein Gefühl, das schnell vorbeigeht.

Habt ihr schon eure Tickets?

Der Vorverkauf läuft für den „Fall des einsamen Leutnants“, die Rückkehr der Sonderkommissarin Iahel Nimoy auf die Bühne, und wir hoffen, dass sich mit unserer Preisgestaltung wirklich jeder das Stück ansehen kann.

Einmal mehr trifft sich eine illustre Gesellschaft auf dem Hirschenhof vor den Toren Fürths und einmal mehr gibt es einen Toten zu beklagen: Diesmal ist es Konrad Spring-Brauner, Artillerie-Leutnant, der vor Kurzem aus dem Dienst in den Kolonien heimgekehrt ist. Auf dem Hirschenhof glaubte er, die große Liebe seines Lebens gefunden zu haben — doch nun scheint es, als sei sie die Einzige gewesen, die ihn hätte umbringen können.

Freut euch auf ein Wiedersehen mit der „Sonderkommissarin Seiner Majestät, des Prinzregenten“ Iahel Nimoy (diesmal verkörpert von keiner anderen als Verena Maser!), ihrem Begleiter Quentin von Cramm, der Verbrechen durch die Suche nach „Waffe, Gelegenheit und Aperitiv“ zu lösen versucht (einmal mehr: Jörg Tremmel), sowie einer tollen Cast schräger Charaktere!

Tickets bei den üblichen Verdächtigen.

Die XIII. Stunde

Wenn auch die Vorbereitungen für den „Einsamen Leutnant“ auf Hochtouren laufen, so bin ich damit doch nicht ganz ausgelastet. Mit unserem Schwarzen Frühling durften wir ja vor ein paar Monaten durch Nürnberg und Fürth touren und wurden am Schluss eingeladen so etwas — Live-Hörspiele mit phantastisch-gruseligem Hintergrund — doch gleich nochmal zu machen, und warum nicht gleich zu Halloween 2023?

Gesagt getan, denn Leute wie ich können ja zu allem Nein sagen, außer zu einer Versuchung. 😉 Und wenn schonmal jemand von sich aus sagt, dass er etwas von uns hören will…

So kommt es, dass wir jetzt schon in der Pre-Produktion unserer nächsten Show sind, der „XIII. Stunde„. Weil ich beim „Leutnant“ relativ wenig zu tun habe und weil ich die Einladung am Begeistertsten aufgenommen habe, habe ich gleich mal wieder den Produzenten-Job im Team bekommen. So fülle ich meine Zeit mit der Termin-Koordination mit unseren Locations einerseits und der Vorbereitung der Show andererseits aus.

Geplant sind Aufführungen

Mit dieser Produktion betreten wir in zweierlei Hinsicht Neuland: Zum einen haben wir das „Loft“ noch nie bespielt, freuen uns aber sehr darauf, in dieser schnuckligen Atmosphäre ein wenig Furcht und Schrecken verbreiten zu dürfen. (Fußnote der Geschichte: Sina und ich haben hier seinerzeit der Weltpremiere des bis heute einzigartigen Sunday Morning Orchestra gelauscht!)

Zum anderen hat unsere Schreibstube Verstärkung erhalten. Am Ende einer der „Frühlings“-Shows machte mich einer der Besucher darauf aufmerksam, „übrigens, meine Frau schreibt auch“, und darauf erwuchs ein tolles Gespräch, wenig später Mails und ein entspanntes Zusammensitzen, und inzwischen sind die ersten Manuskriptentwürfe auf meinem Schreibtisch gelandet. Darum ein herzliches Willkommen an Pia Winkler, die in der „XIII. Stunde“ ihr LightsDownLow-Debut mit „Meine Freundin Em“ geben wird! Ansonsten erwartet euch eine neue Story aus Verenas Feder „Danke für deine Treue“, und wir werden eine Reprise der „Maske des Roten Todes“ geben, immer noch die alte Geschichte, dafür aber mit einer praktisch komplett neuen Besetzung. Freut euch darauf, und sichert euch rechtzeitig die Tickets (über die Links der einzelnen Veranstaltungsorte).

Das Logo hat übrigens wieder Sina gezaubert.

Fast schon Routine…

… fast schon wie alte Hasen. 🙂

Es sind noch zwei Monate bis zur Premiere des „Einsamen Leutnants“, und die Produktion läuft. Eigentlich wollte ich mich nach dem Casting mit Besuchen bei den Proben zurückhalten, schon um unserer Regie Stefanie nicht zu sehr in die Parade zu fahren. (Oder, um es mit Orson Welles auszudrücken, „There’s too much directing going on here.“)

Nun bin ich doch wieder verstärkt bei den Proben, gar nicht mal so sehr als Autor, sondern als Hansdampf in allen Gassen, und sei es auch nur, um als Stuntdouble für einen unserer Darsteller einzuspringen, die bei einer Probe verhindert sind. (Ich war ein gutes Paar mit Martin… Da ist der Funke wirklich übergesprungen! :-))

Und so langsam fügen sich die vielen Steinchen einer Produktion zu einem großen ganzen Mosaik zusammen, und es ist sehr schön, dass nicht nur um die Bühne herum, sondern auch auf der Bühne selbst verfolgen zu können, und dabei nicht mehr ganz so konfus und überwältigt zu sein, wie bei unseren ersten Stücken. Die Schauspieler haben inzwischen den Text weitgehend auswendig drauf, und wenn sie in diese Phase eintreten, beginnen sie erst, richtig ihre Rollen zu spielen. Die Kostüme erreichen uns nach und nach. Die Bühne, die wir dank der sehr großzügigen Unterstützung durch St. Heinrich jetzt schon nutzen dürfen, füllt sich langsam mit Einrichtung und Requisiten. Abseits der Bühne bringt eine unermüdliche Sina die Werbemühlen in Fahrt, und alles von Visitenkarten bis großformatigen Postern füllt langsam die Wohnung. Nicole begibt sich unser Sponsoren und Förderern auf Beutezüge und sorgt mit den so eingesammelten Geldern dafür, dass wir uns um die Finanzierung des „Leutnants“ keine Sorgen machen müssen.

Und über all dem verfolge ich das kleine Wunder, zu sehen, wie Gedanken und Bilder, die mir vorschwebten, und die dann ein zweidimensionales Dasein auf Papier entwickelten, unter Stefanies Regie zum Leben erwachen. Ich höre, wie andere Leute über meine Gags lachen, auch wenn sie sie schon Dutzende Male aufgesagt haben, und wie sie höflich über die etwas peinlicheren Stellen hinwegsehen, die ich in einem neuen Anlauf nicht mehr so schreiben würden. Vieles im Text gelingt, manche Schwächen müssen die Schauspieler ausbügeln. Ich verfolge immer wieder fasziniert tiefsinnige Diskussionen über Figuren und Rollen und bin erstaunt, mit welcher Liebe zum Details und welcher Tiefe Cast und Regie an dem Stück arbeiten, wie herausschälen, was in diesem Text steckt — meist mehr, als ich bewusst hineingegeben habe.

Denn wenn es auch dem Namen nach Amateure sind, so sind sie doch mit dem ganzen Herzen und dem ganzen Hirn dabei, und es ist ein großes Geschenk für einen Autoren, wenn ein Ensemble sich seiner Komödie mit Leidenschaft und Ernst hingibt, und wenn ich mitverfolgen kann, wie aus dem Text ein atmendes fühlendes anderthalbstündiges Stück Leben wird.

Ob ich stolz auf unsere Truppe bin? Darauf könnt ihr wetten.