„Holpern“…? „Prellbock“ trifft es eher

Die digitale Tinte ist noch nicht trocken auf dem letzten Post, und schon ist alles Makulatur: Julian, Regie und allgemeiner Mastermind hinter dem „Death Star„-Projekt hat hingeschmissen.

Da alles Wichtige dazu sich in Detmold abspielt, kenne ich nur einen Teil der Hintergründe. Es gab wohl Schwierigkeiten mit der Motivation des Ensembles und mit Julians Liaison zu den Veranstaltern, die Julian dazu bewogen haben, so Knall und Fall abzusagen, noch bevor die Proben begonnen haben.

Ich bin gerade unglaublich frustriert, weil ich mich sehr auf diese Zusammenarbeit gefreut habe. Darum und weil ich glaube ich der Einzige war, der seine Aufgaben vollständig und termingerecht erfüllt hat,erlaube ich mir auch mal  öffentliche Kritik an einem Partner: Es ist vollkommen normal, dass sich bei Bühnenprojekten allerlei Schwierigkeiten ergeben, auch und gerade mit den anderen Menschen, die darin involviert sind. Mit diesen Problemen umzugehen und sie zu lösen ist die halbe Miete. Da bei der ersten Gelegenheit die Flinte ins Korn zu werfen, zeugt von keiner großen Eignung für das Genre. IMHO.

Womit nach der Garderobiere und Frau Luna das dritte Projekt in Folge mit Karacho gegen die Wand gefahren ist. Langsam könnte ich mal wieder ein Erfolgserlebnis brauchen.

Wenn’s nicht holpert, isses nicht Theater

Man muss sich ein dickes Fell und eine gewisse Ausgeglichenheit angewöhnen, glaube ich, wenn man im Theaterbusiness nicht an einem zerfransten Nervenkostüm zugrunde gehen will.

Derzeit laufen die Vorbereitungen für „Death Star„, das Theaterprojekt für Gehörlose und Hörende, an dem ich teilnehmen darf, an. Leider sind die Förderanträge irgendwo hängengeblieben, so dass die Finanzierung immer noch nicht 100%ig in trockenen Tüchern ist, und solange mag ich über das Projekt auch nur mit gebremstem Schaum referieren.

Ein bisschen erschwert werden die Vorarbeiten auch dadurch, dass Julian vergessen hat, mir mitzuteilen, dass das Ensemble nicht, wie ich es mir eigentlich vorgestellt hatte, aus Jugendlichen besteht, sondern aus gestandenen Erwachsene. Dadurch musste das Konzept, in dessen Mittelpunkt eine Band aus Jugendlichen steht, offensichtlich nochmal umgepflügt werden — aber mit mir kann man’s ja machen.

Wenn die Finanzierung grünes Licht hat, werd ich mit Volldampf in die Tasten hauen. Das Stück soll zwar nur ein Einakter werden, aber Julian würde gerne schon Ende Juni mit den Proben beginnen.

Ach ja, das andere Projekt geht auch voran, und mit etwas Glück kann ich der Regisseurin in spe in den nächsten Tagen den ersten Entwurf schicken.

Gestern, heute, morgen

Gestern saß ich mit der kreativsten Sina von allen noch auf der Couch, und wir haben die Szenenfolge für „Frau Luna“ zusammengestellt — denn die Produktionsleitung hat mir durch die Blume mitgeteilt, dass sie den geplanten Liefertermin für das Skript gerne von Anfang Mai auf Anfang März vorziehen würde… Was schon ziemlich sportlich ist. Aber mit mir kann man’s ja machen. Immerhin, ich glaube, wir haben jetzt einen ganz guten Rahmen für unsere kleine Revue zusammen, die Lieder sind einigermaßen festgeklopft, und damit kann ich mich dann an die Umsetzung des Skriptes machen.

Heute — also genau genommen jetzt, wenn dieser Post veröffentlich wird, sitze ich mit Julian bei einem oder zwei Cocktails zusammen, und wir besprechen die Umsetzung von „Death Star„, unserem Projekt für eine gemischt gehörlose/normalhörende Theatergruppe. Das wird auch wieder sehr spannend für mich, einerseits habe ich persönlich null Ahnung von der Thematik „Taubheit“ im Allgemeinen (wie ein Gehörloser wie Beethoven komponieren konnte, ist mir komplett schleierhaft), andererseits ist es natürlich eine besondere Herausforderung, ein Stück für Gehörlose auf die Bühne zu bringen — wo die Story naturgemäß noch viel mehr vom Dialog getragen wird als z.B. beim Film. Ich hoffe, hinterher sehe ich ein wenig klarer.

Morgen geht’s dann wieder mit Eva vom MuS Franken weiter, und wir treffen uns, um ein paar Eckdaten für die „Frau Luna“ fix zu machen.

Dann beginnt auch schon wieder langsam das Wochenende, wo ich mich hinsetzen und die ganzen Ideen (inklusive einer neuen Story für unsere Hörspiele), die bislang nur als krakelige Notizen existieren, fein säuberlich zu Papier bringen werde. Ja, und die Verhandlungen für neue Spieltermine der „100 Jahre Musical“ laufen natürlich nebenher auch noch…

„Wenn es regnet, dann schüttet’s…“

Kaum ein paar Tage, nachdem Julian mich dazu eingeladen hat, das Skript für sein Gehörlosenprojekt zu schreiben, erreicht mich schon der nächste Vorschlag zur Zusammenarbeit, und wenn das alles tatsächlich so stattfindet, werde ich diesen Sommer nicht mehr viel Freizeit haben.

Es ist noch ein wenig früh, über ungelegte Eier zu gackern, aber ich bin im Rennen für das Skript einer kleinen Musical-Truppe aus der Region. Und vielleicht ist ja sogar der eine oder andere Euro im Budget für den Autoren drin. Momentan ist alles noch sehr, sehr vage… Aber ich werde euch wie immer informiert halten!

Sounds of Silence

Die Feiertage und die Wochen danach war ich durchaus nicht müßig — Ich durfte im „Seelenhändler„-Musical nicht nur die Theke im Foyer bemannen, sondern auch eine kleine Rolle spielen, und für die kommenden Vorstellungen von „Ottilie“ im Februar und März werde ich die Lichttechnik übernehmen. Das ist jetzt mal ein ganz neues Feld, auf dem ich mich tummeln kann, und ich hoffe, weder Zuschauer noch Darsteller werden allzuoft unverhofft im Dunkeln oder im gleißenden Licht stehen. Außerdem laufen unsere Hörspiele weiter, und ganz eventuell wird es auch ein neues Buch geben — aber das ist noch Zukunftsmusik.

Etwas konkreter kommt dazu nun noch ein neues Theater-Projekt: Kürzlich hat Julian Schmitz wieder Kontakt mit mir aufgenommen. Julian ist ein junger Musiker, mit dem ich vor einigen Jahren schon einmal an einem Amateur-Musical gearbeitet habe — „Soprano Rat Race war der Arbeitstitel, und leider verlief das Projekt aus verschiedensten Gründen wieder im Sand, und wir haben uns mit der Zeit ein wenig aus den Augen verloren.

Nun hat er mich eingeladen, für ein von ihm initiiertes Bühnenprojekt das Skript zu schreiben. Es soll eine kleine Produktion werden mit nur wenigen Aufführungen in Detmold, wo Julian inzwischen seinen Lebensmittelpunkt hat. Aber seine Truppe ist sehr interessant, eine Mischung aus gesunden Hörenden und Hörbehinderten, für die Julian noch ein kleines Stück sucht, mit dem Arbeitstitel „Sounds of Silence“. Auch wenn das Stück kein eigentliches Musical sondern Sprechtheater werden soll, wird es natürlich um Sound, Musik, Hören und Taubheit gehen. Julian, der selber hörbehindert ist, wird dazu ein paar Songs schreiben. Das ist eine neue Thematik, mit der ich mich bisher noch nicht befasst habe, und die Herausforderung nehme ich natürlich gerne an. Zumal wohl sogar ein wenig Geld da ist.

Da habe ich natürlich auch meinen ersten Fehler gemacht, denn als Julian mich fragte, was ich denn für so ein Stück verlangen würde, habe ich ihm eine Zahl genannt — und er hat sofort zugesagt und gemeint, „Ja, das dürfte drin sein.“ Lehre für mich: Ich habe schlecht verhandelt.

Aber darum geht’s ja nicht in erster Linie: Viel wichtiger ist mir, wieder ein Stück von mir auf der Bühne zu sehen, und so geht jetzt die Arbeit mit dem ersten Schritt los: Eine Idee haben, daraus eine Story entwickeln, und die in Form eines kleinen Exposés zu Papier bringen. Das sollte bis Ende März spätestens geschehen sein (ich hoffe aber, das bringe ich schneller zustande). Julian wird dann das Exposé mit dem Antrag für die unerlässlichen Fördergelder losschicken, und dann müssen wir nur noch die Zusage bekommen („Unterschrieben ist noch nix, aber so gut wie“, sagt der Meister…), und dann geht die Arbeit richtig los.

Klar, es kann noch jede Menge schiefgehen, das gehört zu diesem Geschäft, aber ich bin trotzdem zuversichtlich, dass der Vogel fliegen wird: Dann würde sich im November in Detmold der Vorhang für mein nächstes Stück heben…